Die Straßenschneise soll am 17. September beim Marsch für ein lebendiges Kulturquartier vor Menschen und nicht wie sonst üblich vor Autos wimmeln. Foto: dpa

Weil das ursprünglich anvisierte Kulturfrühstück auf der Konrad-Adenauer-Straße für den Verein „Aufbruch Stuttgart“ zu teuer gewesen wäre, hat die Initiative jetzt umdisponiert. Bei der geplanten Aktion am 17. März soll es auch einen artistischen Drahtseilakt geben.

Stuttgart - Nachdem das ursprünglich geplante Kulturfrühstück auf der Konrad-Adenauer-Straße aus Kostengründen abgesagt werden musste, plant die Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart“ nun eine neue Aktion, um ihrer Forderung nach einem lebendigen und verkehrsberuhigten Kulturquartier rund um die Oper und das Staatsgalerie Nachdruck zu verleihen: Am Sonntag, 17. September, soll es ab 11 Uhr einen Marsch vom Wilhelmsplatz zum Gebhard-Müller-Platz geben, für den die Hauptstätter Straße für zwei bis drei Stunden gesperrt wird. Wie der Vorsitzende des Aufbruch-Vereins, der TV-Moderator Wieland Backes, mitteilte, werde es unterwegs vor allem auf der Konrad-Adenauer-Straße zahlreiche Aktionen von Kulturschaffenden geben.

Spektakulärer Höhepunkt ist ein Hochseilakt von Mitgliedern der badischen Artistenfamilie Traber, die die Konrad-Adenauer-Straße zwischen der Oper und der Staatsgalerie auf einem Seil überqueren und ein Transparent enthüllen werden. Damit, so Backes, wolle man symbolisch auf die trennende Wirkung der Verkehrsschneise zwischen den diversen Kultureinrichtungen diesseits und jenseits der Straße hinweisen. Eines der Hauptanliegen des Vereins ist es, den Verkehr aus der Konrad-Adenauer-Straße herauszunehmen und den Bereich zwischen dem Charlottenplatz und dem Gebhard-Müller-Platz in eine Flaniermeile umzugestalten. Bei der Stadt stößt die Aktion auf Zustimmung. Man sei mit den Initiatoren im Gespräch und halte den Marsch unter Auflagen für durchführbar, hieß es im Rathaus.

Auch Backes unterstrich das Einvernehmen mit dem Amt für öffentliche Ordnung: „Wir vermeiden zwar den Begriff Demonstration, der in Stuttgart keinen guten Klang hat. Aber uns wurde signalisiert, dass unser Marsch mit dem Versammlungsrecht in Einklang steht.“

Erwartet werden zwischen 2000 und 10 000 Teilnehmer

Backes selbst wäre schon mit 2000 Teilnehmern zufrieden, bei der Stadt schätze man das Interesse sogar noch deutlich höher ein: „Die Rede war von 5000 bis 10 000 Teilnehmern.“ Bereits eine Stunde vor dem Start sollen sich die Mitmarschierer am Wilhelmsplatz versammeln. Mit der Aktion verfolgt Aufbruch Stuttgart nach Angaben von Backes zwei Ziele: „Zum einen wollen wir natürlich unser Anliegen nach außen tragen. Zum anderen wollen wir damit auch unsere Mitglieder motivieren, sich weiter für den Aufbruch Stuttgart zu engagieren“, so Backes.

Einen Strich durch die Rechnung machen könnte den Verantwortlichen allerdings noch der Bundesliga-Spielplan: Sicher ist, dass der VfB Stuttgart am Wochenende 16./17. September ein Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena austrägt. Unklar ist noch, ob samstags oder sonntags gespielt wird. Falls das Match auf den Sonntag fallen sollte, würde der Marsch um einen Monat auf den 15. Oktober verschoben.