Vor der Cannstatter Kurve wird die 400 Quadratmeter große Bühne für Udo Lindenberg aufgebaut: Es gibt noch Karten für Samstag Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Jubelarien in den Zeitungen begleiten Udo Lindenberg auf seiner Keine-Panik-Tour zum Siebzigsten. Am Samstag gastiert die spektakuläre Rock-Show in der Mercedes-Benz-Arena. Die Polizei ruft die Fans dazu auf, nicht mit dem Auto zu kommen – damit ein Verkehrschaos wie bei Helene Fischer ausbleibt.

Stuttgart - Im Zeichen von „Atemlos“ kam der Verkehr im vergangenen Juni zum Erliegen. Vor Beginn des Konzerts von Schlagerstar Helene Fischer war die gesamte Stadt ein einziger Stau. Genervte Fans suchten unterwegs einen Parkplatz, möglichst in der Nähe einer Stadtbahnhaltestelle, um mit der Gelben die Mercedes-Benz-Arena doch noch einigermaßen pünktlich zu erreichen.

Wiederholt sich das Chaos am Samstag beim Auftritt von Udo Lindenberg? Polizeisprecher Michael Schossig mag dies nicht ausschließen. Anders als bei VfB-Heimspielen, wenn die meisten Fans „öffentlich“ anreisen, scheinen Besucher von Open-Air-Konzerten das Auto zu favorisieren. Die Ortsunkenntnis wird zum Problem. „Viele kommen von auswärts, fahren hin und her, um einen Parkplatz zu suchen“, sagt Schossig. Die mögliche Folge: Nichts geht mehr. Beim Fußball sei alles besser eingespielt.

Veranstalter und Polizei bitten deshalb die etwa 40 000 Besucher des Udo-Lindenberg-Konzertes eindringlich, das VVS-Kombi-Ticket zu nutzen. Alle Fans, die eine Eintrittskarte für die Mercedes-Benz-Arena besitzen, fahren im gesamten VVS-Gebiet kostenlos zum Konzert und zurück. Die Veranstaltungslinie U 11 fährt beispielsweise ab Hauptbahnhof bis Neckarpark von 16.47 bis 17.57 Uhr alle fünf bis zehn Minuten.

Seit Montag bauen 120 Helfer in der Mercedes-Benz-Arena auf der Seite der Cannstatter Kurve die 400 Quadratmeter große Bühne auf. Der gesamte Rasen wird abgedeckt. Ein großer Aufwand für eine knapp dreistündige Show – doch diese technische Meisterleistung dürfte sich lohnen, wenn man den bisherigen Zeitungskritiken zur Keine-Panik-Tour glauben darf. „Der erste deutsche Rocker“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, „tritt mit allem auf, was ein Groß-Pop-Spektakel heutzutage braucht: eine abgedrehte Show, viel Nostalgie, und am Ende tanzt die Zuckerfee.“ Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bejubelt eine „Vollgasshow“. Die Panikfamilie im Publikum habe „aus vielen älteren Semestern mit der 50 im Rückspiegel“ bestanden. Zum Tourauftakt in Gelsenkirchen sangen 40 000 Besucher ein „Happy Birthday“-Ständchen für Udo, der vor wenigen Tagen 70 Jahre alt geworden ist. Wird sich dies in Stuttgart wiederholen? Eine singende Mercedes-Benz-Arena wäre ein schöner Beitrag zum Deutschen Chorfest, das bis Sonntag Sänger aus aller Welt in der Stadt versammelt.

Einlass am Samstag um 17.30 Uhr

31 Trucks haben die riesige Bühne für Udo nach Stuttgart herangeschafft, der mit seiner Show zeigen will, dass er noch lange nicht ins Museum gehört. Nachdem der Vorverkauf für Stuttgart schleppend begann, hat er in den letzten Tagen im Lindenberg-Rummel um seinen Geburtstag und sein neues Album doch noch heftig angezogen. Auch wenn etwa 40 000 Besucher am Samstag erwartet werden, wird es an den Kassen der Mercedes-Benz-Arena von 17.30 Uhr an noch Karten geben.

Wer früh kommt, erwischt ein Bändelchen, das zu einem Stehplatz vor der Bühne berechtigt. Aus Sicherheitsgründen wird es im Innenraum drei Absperrungen als „Wellenbrecher“ geben. Anders als bei Helene Fischer, als Stühle im Innenraum aufgestellt waren, ist das Udo-Konzert eine Stehparty. Nur oben auf den Tribünen des Stadions kann man sitzen – falls dies bei einer solchen Show überhaupt gewünscht ist.

Auch Pur-Sänger Hartmut Engler will kommen

Der VfB hat seine Business-Logen an 800 bis 1000 etwas mehr bezahlende Gäste verkauft und dürfte sich freuen, wenn Udo seinen aktuellen Hit „Durch die schweren Zeiten“ dem Neuzugang der zweiten Liga widmet. „Ich trag dich durch / die schweren Zeiten. / So wie ein Schatten / werd’ ich dich begleiten“, heißt es darin, „Ich werd’ dich begleiten, / denn es ist nie zu spät, / um noch mal durchzustarten. / Wo hinter all den schwarzen Wolken / wieder gute Zeiten warten.“

Um 19 Uhr eröffnet Daniel Wirtz mit Band den Abend. Gegen 20 Uhr soll dann Udo erscheinen, der seine Show kurz vor 23 Uhr mit einem Feuerwerk beenden will. Auch ein Überraschungsgast wird auftreten, dessen Name noch geheimgehalten wird. Pur-Sänger Hartmut Engler ist es nicht – er kommt „nur“ als normaler Besucher.

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