Stau vor dem Engelbergtunnel: Die Blechlawine ist täglich viele Kilometer lang. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

Viele Verkehrsteilnehmer weichen im Stau vor dem Engelbergtunnel auf der A 81 auf den Standstreifen aus. Dieses verbotene Vorgehen hat nun zu einem weiteren Unfall geführt.

Im Rückstau vor dem Engelbergtunnel ist es am Montagmorgen auf der A 81 zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei leicht verletzt wurde. Gegen 9.35 Uhr waren die Arbeiter zwischen den beiden Autobahnanschlussstellen Ludwigsburg-Süd und Stuttgart-Zuffenhausen am Werk. Hierfür wurde der Seitenstreifen in Fahrtrichtung Stuttgart – und damit Richtung Engelbergtunnel – gesperrt.

 

Ein 76-jähriger BMW-Fahrer fuhr laut Polizeibericht im stockenden Verkehr auf dem rechten Fahrstreifen an dem Fahrzeug der Autobahnmeisterei vorbei und wechselte daraufhin verbotenerweise auf den gesperrten Standstreifen. Hierbei übersah er mutmaßlich einen Straßenwärter, der seine Arbeiten vor dem Fahrzeug der Autobahnmeisterei erledigte. Der BMW des 76-Jährigen streifte den Mann, der dabei leichte Verletzungen erlitt.

76-Jähriger fährt auf Standstreifen Straßenwärter an – und entfernt sich dann einfach

Der 76-Jährige entfernte sich anschließend unerlaubt vom Unfallort, konnte aber später von der Polizei ermittelt werden. Er wird sich nun wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr sowie wegen der verbotswidrigen Nutzungen des Standstreifens verantworten müssen.

Die Weströhre des Engelbergtunnels bei Leonberg wurde beim Brand eines Sattelzug-Aufliegers am 3. März dieses Jahres schwer beschädigt. Inzwischen ist eine Spur in Richtung Karlsruhe/Kreuz Stuttgart wieder befahrbar – es bilden sich jedoch täglich lange Staus. Dass Verkehrsteilnehmer in der aktuellen Lage rund um den Tunnel häufig über den Seitenstreifen fahren, liegt laut Polizei an der Tagesordnung.

„Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich“, schrieb das Polizeipräsidium Ludwigsburg jüngst in einem Post auf Social Media. Es sei bereits zu riskanten Situationen und sogar zu einem Unfall gekommen – zu dem sich nun ein weiterer gesellte. Bei Kontrollen seien viele Verstöße festgestellt und zahlreiche Anzeigen gefertigt worden. Wer erwischt wird, muss 90 Euro zahlen, außerdem wandert ein Punkt in die Verkehrssünderkartei nach Flensburg.

Fahrt auf Standstreifen wird teuer – ebenso wie der Griff zum Handy

Noch teurer ist der Griff zum Mobiltelefon während der Fahrt, wie die Polizei weiter betont. Auch dieses Vergehen werde häufig festgestellt. 100 Euro plus ein Punkt werden fällig, wird man erwischt. „Gerade im Stau wurde auch oft das Handy benutzt“, schreibt das Präsidium zur Situation vor dem Engelbergtunnel. Ablenkung sei eine der häufigsten Unfallursachen.