Kommen die Spätzle etwa aus China? Foto: dpa

Zum gestrigen Spätzle-Gedicht schreibt Rolf Widmann: „Vor einiger Zeit war ich in einem chinesischen Restaurant zu Gast und kam mit dem Inhaber, einem Chinesen, ins Gespräch.“

Stuttgart - Zum Beitrag über den Hohenasperg („Auf gut Schwäbisch“ vom vergangenen Samstag) zwei Nachträge von Herbert Bartle aus Stuttgart und Gusti Bück aus Holzgerlingen. Herbert Bartle schreibt: „Der Aschberg isch dr hechschte Berg en Deitsch­land. Wenn da do nuffkommsch, kas Johre daura, bis da wieder rakommsch.“ Gusti Bück merkt an: „Meine Mutter, die immer sehr viele Preisrätsel gelöst und eingeschickt hat, aber nie etwas gewonnen hat, sagte: ,Wenn ich mal gewinne, dann ist der erste Preis, den Hohen­asperg abgraben.‘“

Zum gestrigen Spätzle-Gedicht schreibt Rolf Widmann: „Vor einiger Zeit war ich in einem chinesischen Restaurant zu Gast und kam mit dem Inhaber, einem Chinesen, ins Gespräch. Ich fragte ihn, welche Küche er anbiete. Er meinte; ,International und chinesisch.‘ Ich fragte ihn, ob er auch schwäbische Küche anbiete. ,Selbstverständlich‘, sagte er. Ich fragte: ,Auch Spätzle?‘ ,Klar‘, war seine Antwort. ,Handgeschabt?‘, wollte ich weiter wissen. Über sein Gesicht ging ein feines Lächeln, und er meinte: ,Was Sie hier handgeschabte Spätzle nennen, gab es in China schon zu einer Zeit, zu der sie Württemberg auf allen Landkarten der Welt vergeblich suchten.‘ Das Wort Spätzle hat sicher keinen chinesischen Ursprung, aber die guten schwäbischen Spätzle scheinen tatsächlich aus China hierhergekommen zu sein.“

Horst Bauer aus Aidlingen schreibt: „Als ich das Gedicht über die Spätzle-Zubereitung gelesen habe, fiel mir auch ein Spruch ein. Bei der Zeile: ,Ond damit’s ­koin wiaschda Babb geit . . .‘ , soll schon manche Hausfrau gebetet haben: ,Lieber Gott, lass’ Spatza werda, ’s hangt ällas a’ma Bolla!‘ Und noch ein Spruch: Der ,Alte Fritz‘ soll einen seiner Soldaten beim morgendlichen Appell gefragt haben: ,Warum hat er seine Perücke nicht gepudert?‘ Darauf antwortete der Soldat: ,Majestät, i brauch mei Mehl zo de Spatza!‘“

Aus Stuttgart-Neugereut erreicht uns eine Mail von Thomas Stetter. Er schreibt: „Meine Augen send nemme des, aber mei Kopf funktioniert no ausgezeichnet. I kann Ihre Beiträge aber online lesen, das heißt, mei PC liest mir des vor. Ond so sen mir heit morga zu dem Spruch: Zwischa Dag ond siehsch me net . . . no zwoi schwäbische Abzählreime eigfalla.

Mir Kender hen friher manchmol zom Fangerles so auszählt. I geb jo zua, dass zumindescht der oine a bissle derb isch on der andere gewöhnungsbedürftig, aber je schneller mr abzählt, desto häufiger sen heftige Versprecher garantiert. Der erste Abzählreim lautet:

Zwischa Dag ond Donkl,

gang i zo meim Onkl.

hockt a Katz em Wenkl,

mit verschissene Schenkel.

Der zweite Abzählreim lautet:

Ene, dene, dibe, dene,

duba, dene, dalia,

heck a mol a bemberle,

bio, bio, buf.“

Zum gestrigen 50. Jahrestag der deutsch-französischen Freundschaft erinnert Klaus Wolf aus Hildrizhausen an „ein Sprüchle aus meiner Jugendzeit. Über ‚noble‘ Schwaben sagte man: ,Stuttgart gewesen, Trottoir gelaufen – nadapt.‘“

Abschließend eine von vielen Kindermund-Geschichten, die uns erreichen (weitere werden folgen). Sie stammt von Hermine Eisenmenger und widerlegt nebenbei den Eindruck, dass Kinder heute generell nicht mehr Schwäbisch sprechen: „Mein Neffe, vier Jahre alt, wurde jeden Abend von seiner Mama zu Bett gebracht, und es wurde zu dem Kinderkreuz, das an der Wand hing, ein Nachtgebet gesprochen. Eines Abends war seine Mama verhindert, und sie sagte zu dem Kleinen, dass er heute alleine beten müsste. Da kam die Antwort: ,Aber lass ’s Licht a, sonscht bet i dernebanom!‘“

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Rolf Artmann aus Winnenden. Er zitiert „eines der kürzesten Gebete eines Pfarrers“. Rolf Artmann hat es „vor vielen Jahren in einem Gottesdienst in Möhringen gehört, und er findet, dass es auch gut zur derzeitigen Wetterlage passt: ,Herr, gib Salz! Amen.‘“

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