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Leserin Margarete Haag präsentiert uns einen Rhabarberkuchen – oder vielmehr das Rezept dazu.

Stuttgart - Bevor wir zum Dienstagsrezept kommen, noch eine Anmerkung von Leserin Ingrid Dettinger aus Stuttgart zum Bericht über die Herkunft des Wortes Luggeleskäs: „Meiner Information nach hat der Name weder mit kleinen Hühner noch mit dem Wort locken zu tun. Meine frühere Nachbarin, eine Bäuerin im Schwäbischen Wald mit großer Hühnerzucht, hat ihren Bibberla nie Luggeleskäs verfüttert. Die Bezeichnung soll vielmehr auf Lukullus zurückzuführen zu sein. Im Übrigen ist Luggeleskäs ganz einfach Quark. Unter der Bezeichnung wurde er mir, mehr oder weniger geliebt, schon als Kind aufs Brot gestrichen, manchmal wurde noch gehackter Schnittlauch daruntergemischt.“

Leserin Margarete Haag präsentiert uns einen Rhabarberkuchen – oder vielmehr das Rezept dazu: „Heute backe ich den ersten frischen Rhabarberkuchen in diesem Jahr. Da dachte ich mir, das könnte auch etwas für die Leser und Leserinnen von ,Auf gut Schwäbisch‘ sein. Es ist ein Rezept aus den zwanziger Jahren. Mit dem Rhabarberkuchen ist der Frühling erst richtig komplett.

Für einen Nicht-Schwaben bleibt der Rhabarber ein saures Gemüse und wird nicht zum Kuchenbacken verwendet. Wir Schwaben haben den Rhabarber aber längst in unserer Rezeptesammlung aufgenommen und genießen ihn. Und jeder hat seinen eigenen Favoriten. Doch egal, ob mit süß-luftiger Baiserhaube, knusprigen Streuseln oder mit Pudding – im Kuchen lieben wir die sauren Stangen.

Für den mürben Kuchenteig brauchen wir folgende Zutaten: 200-220g Mehl, 80-100g Butter, 60g Zucker, nach Belieben 1 Ei oder 2 Eigelb,3-4 Eßl.saurer Rahm oder Weißwein (Most). Der Mürbteig wird rasch zusammengeknetet und dann ausgewellt.Anschließend legt man ein großes, rundes gefettetes Backblech mit Rand damit aus (34cm). Früher waren die Backbleche übrigens für alle Kuchen größer, flacher und der Rand wurde einfach umgelegt, sodass er passte. Der Teig wird mit Mehl bestäubt und mit Weckmehl bestreut. Zwei Büschel Rhabarber werden frisch geerntet, gewaschen, geschält, in je 2 cm große Stücke geschnitten und mit siedendem Wasser überbrüht. Sodann wird das Wasser gleich wieder abgeschüttet und der Rhabarber mit Zucker bedeckt stehengelassen.

In der Zwischenzeit bereitet man den Guss vor. Dazu braucht man: 120g Zucker, 2 Eßl. Mehl, 1/4l saurer Rahm, 1-2 Eier, 1/4 abgeriebene Zitronenschale. Der abgetropfte Rhabarber wird auf dem Teig verteilt. Das Mehl wird mit Rahm verrührt, Zucker, Eigelb Zitronenschale und dem geschlagenen Eischnee untergemischt und auf den Rhabarber verteilt. Der Kuchen wird sofort bei ca. 190°C auf der mittleren Schiene etwa 1 Sunde gebacken. Wenn er zu dunkel werden sollte, deckt man ihn nach der Hälfte der Backzeit mit Butterbrotpapier ab.“ Der schwäbiche Spruch des Tages autet: „Wo’s dr Brauch isch, legt mr d’Küh’ ens Bett.“

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