Quittenbaum Foto: dpa

Zu unserem Rezept vom vergangenen Dienstag schreibt Leserin Marlies Fessler aus Mühlacker.

Stuttgart - Zu unserem Rezept vom vergangenen Dienstag schreibt Leserin Marlies Fessler aus Mühlacker: „In Ihrer Ausgabe vom 9. Oktober berichtet Leserin Irmgard Abt von einem wunderbaren uralten Xälzrezept. Ich gebe zu, dass Zwetschgenmus die Nummer eins unter den Wintervorräten ist, aber die Nummer zwei ist ganz eindeutig das Quittengelee. Und deshalb habe ich auch unbedingt einen Quittenbaum im Garten haben müssen. Dieses Jahr hat er wieder viele riesengroße Quitten getragen nach dem Motto: ,Wegeremer Pfond schneidet mir die Frucht ne ooô.‘ Allerdings hält sich hartnäckig das Gerücht, es sei eine Mordsarbeit, den Saft der Quitten zu gewinnen. Hier die Vorgehensweise:

Quitten waschen, in Stücke schneiden und in wenig Wasser kochen. Kerngehäuse mitkochen, denn das enthält viel Pektin, was zum Gelieren beiträgt. Die Quitten schwimmen oben, deshalb aufpassen, dass der Topf nicht zu voll ist und überkocht. Quitten zerfallen sehr schnell, Kochvorgang höchstens zehn Minuten. Anschließend mit einem Kartoffelstampfer alles zerdrücken.

Den Topf über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag mit Hilfe des Entsafters den Saft gewinnen oder in Ermangelung eines Entsafters die Masse durch ein Tuch drücken. Danach mit Gelierzucker aufkochen und in Gläschen füllen.

Unsere Großmutter hat in der Nachkriegszeit Lebkuchen gebacken und statt Honig, den es damals nicht gab, Quittengelee verwendet. Das war ein brauchbarer Ersatz. Ich verwende heute noch Honig und Quittengelee zu gleichen Teilen, die Lebkuchen werden dann nicht gar so süß.“

Zum Zwetschgengsälz-Rezept aus der vergangenen Woche gibt es eine kleine Berichtigung: „Statt Zwetschgenkörner muss es Zwetschgenkerne heißen“, schreibt Leserin Irmgard Abt. „Durch das lange Kochen zieht es die Blausäure heraus, aber dafür bekommt das Gsälz einen besonderen guten Geschmack.“

Leserin Erika Moik aus Stuttgart erinnert an einen Beitrag vom 29. September, in dem anlässlich des Erntedankfestes darüber berichtet wurde, welche Wertschätzung einst ein Stück Butter genoss. „Auch meine Eltern mussten in der Vorkriegszeit sehr sparen. Mein Wunsch war immer ein Butterbrot, ,wo man die Zähne sieht‘ (nach dem Reinbeißen). Wenn ich ein gutes Zeugnis hatte, durfte ich mir etwas wünschen – unseren Verhältnissen entsprechend. Einmal wünschte ich mir ¼ Pfund Butter. Ich bekam sie auch. Eilig nahm ich ein Stück Brot, verteilte die ganze Butter darauf und aß das Butterbrot mit größtem Vergnügen. Dass mir hinterher schlecht war, störte mich nicht. Hauptsache, ich hatte die Butter gehabt.“ Den schwäbischen Spruch des Tages verdanken wir ebenfalls Frau Fessler. Sie schreibt: „Diesen Spruch bekam man im Lomersheim der sechziger Jahre zu hören, wenn man nieste: ,Xundheit, Xangbuch, Xälzbrot, Xellestück, des schreibt mer alles mit X.‘“

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