Apfelbaum Foto: dapd

Leserin Irmgard Abt berichtet uns von der Feldarbeit und der ersten Apfelsorte: die ,Klar-Äpfel‘.

Stuttgart - „Es ist Zeit zum Öhmden“, schreibt Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn. „Überall sieht man jetzt die riesigen Ballen auf den Wiesen. Es ist schon der zweite Grasschnitt. Früher gingen die Bauern sehr zeitig aus dem Haus um zu mähen. Das Gras wurde immer wieder gewendet, dass es gut trocknete. Für den Fall, dass ein Gewitter aufzog, wurde aufg’schocht. Wenn die Bauern Glück hatten, konnten sie das Gras noch am selben Tag in die Scheune einfahren. Zum Zwölfeläuten brachten Kinder oder die Frau das Essen aufs Feld. Dazu gehörte auch die erste Sorte von Äpfeln: die ,Klar-Äpfel‘. Oms nom gugga war dr Boom leer. Klar-Äpfel eigenen sich auch bestens für Apfelmus und Apfelkuchen.

Rezept für vier Personen

2 Pfund Mehl

1 Würfel Hefe

170 g Schmalz

1/2 l Milch,

1 Prise Salz und 1 Prise Zucker

1 Eigelb mit Milch, um die Fladen zu bestreichen

10 Klaräpfel geschält, entkernt und in Spalten geschnitten

Zimt und Zucker und Schmalz mit Grieben

Zubereitung:

Einen Hefeteig machen und schön gehen lassen. Zwei runde Bleche ausfetten und den Boden mit der Hälfte des Teiges auslegen. Das eine Blech mit Äpfel belegen und mit Zimt und Zucker bestreuen. Das andere Blech Schmalz und Grieben belegen, etwas salzen und pfeffern. Den restlichen Teig auswellen, auf die Äpfel und auf die Grieben legen und am Rande gut andrücken. Mit Ei und Milch bestreichen. Bei 200 bis 230 Grad in der mittleren Schiene 30 bis 40 Minuten backen.

Zum Trinken gab es selbst gemachte Limonade oder Most mit Wasser verdünnt. Hergestellt wurde die Limonade mit Wasser, Natron, Zucker und Zitrone (wenn man keine hatte, nahm man ein paar Spritzer Essig).

Leser Rolf Schippert aus Oberschlechtbach hat zum Brotrezept vom vergangenen Dienstag diese Anmerkung zu machen: „Früher sagte man: Mühlenwarm und ofenwarm macht dr greischte Baura arm.“ Der Hintergrund: Man sollte vermeiden, beim Brotbacken frisch gemahlenes Mehl zu verwenden, weil man dann mehr davon brauchte. Vor „ofenwarmem“ Brot wurde aus Sparsamkeitsgründen gewarnt, weil es so schmackhaft war, dass man es schnell verzehrte. Dafür stand der Spruch: „Da isch glei a Laib nagreifelt.“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Fritz Deppert aus Herrenberg-Kay. Er variiert einen jüngst zitierten Spruch: „Wenn i gwisst hätt, dass’s Wasser so guat schmegt, no hätte mein Hof no!“ Leserin Waltraud Lippert aus Fellbach-Oeffingen kennt den Spruch so: „Wenn i gwisst hätt, wie guat des Wasser schmeckt, no hätt’ i mei Häusle no.“

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