So sieht heute oft ein Vesper aus Foto: Fotolia

Von Leser Egon Eisele aus Esslingen-Berkheim stammt diese Geschichte, die in den 1930er Jahren spielt.

„Wenn jetzt überall 60 Jahre Baden - Württemberg gefeiert werden, dachte ich mir, warum nicht auch ein badisches Rezept ausprobieren“, schreibt Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn. Es handelt sich um eine badische Metzelsuppe.

Zutaten für 3 bis 4 Personen:

750 g Sauerkraut

2 El. Schweineschmalz

1 Handvoll gedörrte Zwetschgen

1 Handvoll gedörrte Birnen

1 El. Zucker, Prise Zimt

1 El. Mehl

3–4 Griebenwürste

3– 4 Leberwürste

500 g Kesselfleisch oder Schäufele

Zubereitung:

Das Kraut wird im Schmalz angedünstet, das Dörrobst dazu mit Zucker und Zimt gewürzt und mit Brühe aufgegossen. Wenn das Kraut gar ist, bindet man es mit ein wenig in Wasser angerührtem Mehl und schmeckt es mit gebräuntem Zucker ab. Dazu gibt’s die heißen Würste und das Fleisch.“

Von Leser Egon Eisele aus Esslingen- Berkheim stammt diese Essens-Geschichte, die in den 1930er Jahren spielte: „Meine Mutter war damals mit anderen Frauen zusammen Essenträgerin auf der Strecke von Berkheim nach Esslingen. Das bedeutete: Um 11 Uhr kamen die Frauen und brachten die Essenschüssel für ihren Mann zu meiner Mutter, die sie dann in einem Korb verstaute, in einen Wollteppich einpackte und auf dem Kopf nach Esslingen trug. Pro Essen bekam sie 0,50 Reichsmark. Bei 15–18 Essen waren dies dann ca. acht Reichsmark pro Woche bei einem Zeitaufwand von etwa drei Stunden täglich – und dies bei jeder Witterung.Nachmittags war es dann meine Aufgabe, die Schüsseln an die verschiedenen Haushalte ‚auszutragen‘, was ich nicht gerade mit großer Begeisterung tat.

In dieser Zeit hat sich auch folgende Begebenheit zugetragen: An einem Freitag verweigerte ein lediger junger Mann seiner Mutter das Kostgeld mit der Begründung, er habe sich einen Sonntagskittel gekauft. Als er am Montag seine Essenschüssel öffnete, war ein Zettel darin: ,Friss dein Sonndichskittel!‘

Einmal wurde meine Mutter von Fahrensleuten gefragt, ob nicht noch Reste in den Schüsseln wären. Meine Mutter setzte den Korb ab und überprüfte die Schüsseln. Tatsächlich fanden sich noch Reste darin; offenbar hatte es nicht allen geschmeckt. Die Reste wurden dann von den Bittstellern in einer Schüssel gesammelt und mit Hochgenuss verspeist. Im Magen komme doch alles zusammen, sagten sie. Damals landeten nicht 50 Prozent der Lebensmittel im Abfall.“

Zur Verwendung des Begriffs „Batterie“ als Ausdruck für „Gosch“ schreibt Leser Horst Haarer aus Illingen: „Der Zweitklässler Werner kam von der Schule heim und frage: ,Mama, wo ischt d’ Batterie?‘ Darauf die Mutter: ,Worom?‘ ,Ha, dr Hausmoischter hot gsagt, wenn’r net glei aufhöred, wie verrückt em Schulhof rommzumrasa, no griegeder oine uff d’ Batterie!‘“

Leserin Inge Mack aus Ostfildern bemerkt dazu: „Wenn wir als Kinder oder Jugendliche stritten, drohte man dem anderen, dass er gleich eins auf seine ,Batterie‘ bekomme. Wenn einen früher die Eltern bei Unaufmerksamkeiten rügten, hieß es, ,jetzt kriegsch no ois an Kopf na, wenn de ed uffpasch!‘ ,Batterie‘ gleich ,Kopf‘ – zumindest in unserer Gegend.“ Auch Leser Rolf Schippert aus Oberschlechtbach weist darauf hin, „dass mit Batterie der ganze Kopf gemeint ist – nicht nur die ,Gosch‘“.

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Karin Ast. „Auf die neugierige Frage: ,Was isch?‘ kam die Antwort: ,Nix isch, Radda hot’s ond weiße Meis!‘“

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