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Leserin Marga Metzger aus Schönaich sendet uns einen Rezeptvorschlag für schwäbische Flachswickel

Stuttgart - Leserin Marga Metzger aus Schönaich sendet uns einen Rezeptvorschlag. Sie schreibt: „Zu Ihren schwäbischen Flachsripple, Flachszöpfle oder Flachswickel (Beitrag vom 13. März) möchte ich bemerken, dass wir in Schönaich ein anderes Rezept haben. Meine Mutter hat Tausende davon gebacken, und ich backe sie ebenfalls häufig. Viele junge Frauen haben dagegen wohl etwas Respekt vor dem Hefeteig. Dieses Gebäck ist beliebt bei Geburtstagen und Hochzeiten; es ist einfach ,geschickt‘.

Man nehme:

500 g Mehl

220 g Butter

1 Esslöffel Zucker

eine Fingerspitze Salz

1 Päckchen Hefe

1 Ei

eine Tasse Milch

Zubereitung: Milch mit Butter erwärmen, Hefe fein auf das Mehl bröseln und eine Tasse Milch langsam über Mehl, Hefe und Ei gießen und den Teig fertigmachen. Der Teig muss gut durchgearbeitet werden – wenn die Hände ,teigfrei‘ sind, ist er fertig. Die abgeschnittenen Stücke in Einmachzucker ausrollen (früher hieß das Kristallzucker) – kein Mehl verwenden – und aufs Blech legen. Den Herd vorheizen und bei 220 Grad ca. 20 Minuten backen.“

Von Leser Hermann Blatz aus Backnang stammt diese schöne Anekdote: „Mir ist eine Begebenheit in der Straßenbahn eingefallen, die ich vom Hörensagen kenne. Der Schaffner gab dem Fahrer an den Haltestellen das Abfahrtssignal. Wenn der Wagen gut besetzt war, konnte er den hinteren Einstieg nicht überblicken. Deshalb rief er nach hinten: ,Send älle henna?‘ Die Antwort kam prompt: ,Noi, s’isch au a Gockeler d’rbei!‘“

Leser Dieter Lautenschläger aus Weinstadt-Endersbach nimmt Bezug auf den Begriff „rezent“, der bei Norddeutschen unbekannt ist, unter Schwaben hingegen in Zusammenhang mit einer kräftig gewürzten Speise steht. Er schreibt: „Im Duden Ausgabe 1986 habe ich gefunden: ,rezent; -este (lat.) (Biol.: gegenwärtig lebend, auftretend; landsch. für: säuerlich, pikant); dezent; -este (lat.) (anständig; abgetönt; zart; Musik: gedämpft).‘“ Dieter Lautenschläger fügt hinzu: „Säuerlich und pikant sind wohl die im Schwäbischen mit rezent ausgedrückten Eigenschaften. Wenn man bedenkt, in welch übertragenem Sinn manche Ausdrücke im Dialekt verwendet werden, könnte man dezent durchaus als Gegenteil von rezent betrachten – also abgetönt und zart als Gegenteil von säuerlich und pikant.“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Erwin Gayer aus Eberdingen. Er schreibt: „Den Schtuegerter könnt’ mr zua­rufa: ,Wählet koin so en dürra Schuldes, sonscht müaßt ihr en füttera!‘“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de

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