Schulkinder Foto: dpa-Zentralbild

Schön direkt! Heute kommt bei uns wieder mal der schwäbische Kindermund zu Wort.

Stuttgart - Heute kommt wieder mal der schwäbische Kindermund zu Wort.

Leserin Elfriede Nunnermann aus Winnenden erzählt „zwei nette Begebenheiten. Die Erste: Als Junglehrerin unterrichtete ich in Unterjettingen eine erste Klasse. Mitten in einer Stunde meldete sich der kleine Georg: ,Frailein, i muas scheißa!‘ Ich schickte den Kleinen raus und sagte zu ihm: ,Überlege mal, wie Du das netter ausdrücken könntest.‘ Nach einer Weile kam er strahlend zurück und rief mir zur: ,I muas bamba!‘

Die zweite Begebenheit:

Eines Tages kam morgens ein Kind zu mir und brachte einen zerknitterten Zettel mit – die schriftliche Entschuldigung für ein Nachbarkind: ,Em Willi isch schlecht!‘ Dies war die kürzeste Entschuldigung und auch die originellste, die ich als Lehrerin jemals erhielt.“

Leserin Hildegard Jerke aus Leinfelden-Echterdingen erzählt ihrerseits zwei schöne Kindermund-Geschichten: „Ich hatte früher eine liebe Freundin; sie wurde Lehrerin auf der Alb und unterrichtete erste und zweite Klassen.

Ab und zu trafen wir uns und sie wusste dann immer etwas von ,ihren Buben‘ zu erzählen. Zum Beispiel dieses:

Ein kleiner Bub kam jeden Tag todmüde in die schule und schlief auch mal ein. Meine Freundin, die Lehrerin, fragte: ,Wasch isch denn mit dir los. Hascht heut’ Nacht net geschlofa?‘ ,Noi‘, sagte der Bub: ,mir hend wieder a kleins Kindle kriegt und des Mensch plärrt de ganze Nacht, da gibt’s koi Ruh.’ Da sagte meine Freundin: ,Jetzt komm, i gang mit dir ens Lehrerzimmer, da legsch de auf de Sofa ond schläfsch ond no kommsch wieder in d’Klass zrück!‘

So geschah es, und der Junge dachte, dass gehe jetzt jeden Tag so. Das ging natürlich nicht, aber des Büble von damals hat bis heute nicht vergessen, dass es auf dem Lehrersofa geschlafen hat.“

Der zweite Beitrag heute stammt von unserer Leserin Hildegard Jerke:

„Bei einer Familie im Freundeskreis kam zu deren drei Kindern noch ein Nachzügler. Alle freuten sich, nur der Achtjährige war traurig., Ja, warum denn?‘ Er sagte: ,Wir wissen nicht, ob wir den Kleinen behalten; die Mama packt ihn a paar Mal am Tag ein und aus.‘ Er wurde behalten und ist heute selbst Papa.“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Bernd Krißler aus Stuttgart. Er schreibt:

„Unser Großvater, Hans Jäckle aus Feuerbach, hat seine Lebensweisheiten in Versform zusammengefasst und uns hinterlassen. Darin findet sich folgender Reim: ,Libbastift ond Puderdos, macht a Distel net zur Ros.‘“

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