Brotlaib Foto: dpa

Leserin Inge Stoll erklärt, wie die Balinger zu ihrem Spitznamen – Balinger Loable – kommen.

Stuttgart - Leserin Inge Stoll aus Stuttgart erklärt, wie die Balinger zu ihrem Spitznamen – Balinger Loable – kommen.

„Legendär ist ihr Gruß ,Hoscht scho g’veschbert!?‘ Wie wichtig für die Balinger schon immer das ,Veschber‘ war, zeigt ein Geldschein von 1923, auf dem der Balinger Gruß abgedruckt war. Urkundlich ist auch erwähnt, dass es anno 1715 sage und schreibe 44 Metzger, 50 Bäcker und elf Wirtschaften in Balingen gab. Zu dem Namen Loable kamen die Balinger, als es in Hesselwangen bei einem Bäcker brannte und die Balinger Feuerwehr einspringen musste. Einer der Feuerwehrmänner konnte von der Leiter aus in die Backstube sehen und erblickte dort schöne neu gebackene Brote auf dem Tisch liegen. Typisch für einen Balinger, rief er seinen Feuerwehrkameraden zu: ,Schlaget d’Fenschter nei, ond holet d’Loiable raus, dass mr drno glei veschbra ka!‘

„Dazu passt auch dieser Spruch“, meint Inge Stoll: „Gemütlicher leben Schwaben und fein, mit schwäbischer Küche und schwäbischem Wein. Eine andere Variante lautet: ,Dr heilig Sankt Urbain sait: Männer, i kenn’s: Dr Wei isch für d’Menscha ond’s Wasser für d’Gäns!‘“

Ergänzend schreibt Inge Stoll: „Was mr älles so uff am Veschberbrett fendet, stoht en deam Gedicht mit dr Ieberschrift: ,Der, wo ons möcht kennalerna‘:

Wer onser Wesa will erfassa,

der muaß mit ons zsammasitza ond

mit ons sich’s schmecka lassa:

Knöchle, Sauerkrat ond Spätzla,

Mutschla, Sääla,

Kipf ond Brezla,

Hutzelbrot ond Laugawecka,

Schwartamaga, Peitschaschtecka,

Gaisburger Marsch ond viel Salädla,

Pfitzauf, Zemmstern ond au Flädla,

Guatsala, Hefekranz ond -zöpfla,

Fasnetsküachle,

Gsälz ond Knöpfla,

Streuselkucha,

Supp’ ond Soß’,

Maultascha, Dampfnudla,

riesagroß!

Gugelhopf, Spregerla ond Waffla,

Leber-, Bachstoi-, Luckeleskäs,

älles dees en Abständ g’nossa,

ist ons Schwaba ,artgemäß‘.“

Von Leserin Margit Gimint stammt dieser kulinarische Beitrag: „Gleich nach dem Krieg. Meine Dote (heute 86 Jahre alt) bekam bei einer Tante das erste Mal wieder Braten mit Spätzla. Es war sooo gut. Sie sagte: „I ko nemma, gib mer au die Spatza rom.“ Dieser Satz wird heute noch in unserer Familie gesagt, wenn jemand satt ist, aber nicht aufhören kann zu essen.

Leserin Hannelore Polinski nimmt Bezug auf unsere Beiträge über die „halben“ (Kinder) und „ganzen“ (Erwachsene) Straßenbahnfahrer. Sie schreibt: „Vor 50 Jahren fuhr ich mit unserer Tochter nach Stuttgart-Rot mit der Straßenbahn. Zum Fahrer sagte ich: ,Eine Ganze und eine Halbe!‘ Er fragte: ,Dinkelacker oder Hofbräu?‘“ Der schwäbische Spruch des Tages stammt ebenfalls von Margit Gimint: „Wenn jemand ein kurzes Nickerle gemacht hat, sagte man: ,So, hosch deine Auga von enna oguggd!‘“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; ­E-Mail: land@stn.zgs.de