Irgendwo im Wald liegt der Bembemberlesstein Foto: dpa

Klaus Rapp aus Alfdorf-Pfahlbronn verdanken wir folgenden Text: „Den Namen ,Bembember‘ kenne ich seit meiner Kindheit durch die Sage über den Riesen Bembember, die mir meine Dote erzählt hat.“

Stuttgart - Zu den „fast wöchentlich neuen Mehrkosten“ des Projekts Stuttgart 21 schreibt Hans-Joachim Wayss: „Ed middladren, sondern henda, ganz onda zom Schluss zähld mr richdig zehma.“ Das soll’s an dieser Stelle zu diesem Thema gewesen sein, und wir widmen uns wieder dem „Bemberlesstein“, ein Thema, das die „Auf gut Schwäbisch-“Leserinnen und -Leser seit längerem beschäftigt.

Klaus Rapp aus Alfdorf-Pfahlbronn verdanken wir folgenden Text: „Den Namen ,Bembember‘ kenne ich seit meiner Kindheit durch die Sage über den Riesen Bembember, die mir meine Dote erzählt hat. Dieser Riese war vor vielen Jahren der Herr über das ganze Land. Die Bauern empfanden seine Herrschaft jedoch nicht als drückend. Wenn er nur immer genug zu essen hatte, war er schon zufrieden. Fremdes Kriegsvolk vertrieb er dafür mit einer Buche als Keule. Bembember hatte einen Raben und ein Eichhörnchen, die dem Riesen über alles berichteten, was im Wald passierte. Am Ende der Sage erkennt Bembember, dass er nicht mehr in die neue Zeit passt und stapft mit schweren Schritten für immer davon.

Heute erinnert an ihn nur noch der Bembemberlesstein. Dieser soll mitten im Wald liegen. Der Weg dorthin ist nach der Überlieferung leicht zu finden: Er beginnt ‚drei Wochen weniger einen Tag hinter Pfingsten; auf der rechten Seite zweigt er nach links ab. Wenn man dann zur Mittagsstunde direkt unter der Sonne steht und vor sich einen roten Fuchs weglaufen sieht, ist man am Ziel.‘ Obwohl ich jedes Jahr 20 Tage nach Pfingsten nach dem Fuchs gesucht habe, bin ich ihm noch nie begegnet und habe deshalb bis heute den Bembemberlesstein nicht gefunden. Vielleicht klappt’s ja dieses Jahr . . .

PS: Walther Keinath führt in seinem Buch ,Orts- und Flurnamen in Württemberg‘ den Flurnamen ,Bemperlesstein‘ unter dem Kapitel ,Unheimliche und schreckhafte Wesen‘ auf. Dort heißt es: ,Eigenartige örtliche Vorstellungen sind die . . . vom Bemperlesstein als einer sich langsam drehenden Felskuppe. Sie zeigen die Empfänglichkeit des Volksgemüts für schreckhaft-gruselige Vorstellungen, auch die Einbildungskraft, die merkwürdige Fabelwesen in die umgebende Natur versetzt . . . ‘“

Aus Plüderhausen schreibt Jörg Rothermundt: „Bei den Beiträgen zum Bemberberles-Tag, an den d’ Eula bocket, fiel mir eine Redensart aus der Familie meiner Frau ein. Wenn jemand nur ganz wenig Geld im Geldbeutel hat, sagt man ,domit kasch koi Goiß bocke lao‘. Der Ausdruck hat einen realen Hintergrund. Die Großeltern hatten eine Geiß im Stall neben dem Haus. Wenn sie auf eine bestimmte Art unruhig wurde, band man ihr ein Goißastrickle um den Hals und führte sie zum Bock ins Unterdorf. Dort hielt die Gemeinde zwei Ziegenböcke für diesen Zweck. Das kostete einen kleinen Betrag, den sich auch die armen Leute leisten konnten. Wenn aber einer noch weniger Geld im Beutel hat, kann er damit natürlich ,koi Goiß bocke lao‘. Der Geißenstall ist längst abgebrochen. Aber wir besitzen noch zwei Goißastrickla, kräftige Hanfseile mit einer Öse am einen Ende. Mit ihnen lässt sich die Leiter sehr gut auf das Dach des Autos binden, wenn man aufs Baum­stückle fährt.“ Der Spruch des Tages stammt von Gerhard Gall aus Affalterbach. Er stammt von seiner Urgroßmutter (Jahrgang 1835): „Am Maul on an de Gloedr (Kleider) ka mr am maischda vrschbara.“

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