Ein Jäger heute Foto: dpa

„In Plattenhardt kennt man einen besonderen Morgengruß“, schreibt Leser Herbert Gscheidle

Stuttgart - „In Plattenhardt am Schönbuchrand kennt man einen Morgengruß, der weit in die Vergangenheit zurückgeht“, schreibt Leser Herbert Gscheidle aus Filderstadt: „Wie manche andere Gemeinde in diesem waldreichen Raum war auch Plattenhardt dafür bekannt, viele Wilderer zu beherbergen. Aus der alten Zeit gut dokumentiert ist der Fall des Georg Bieser, der im August 1588 gefangen und kurz darauf verurteilt wurde. Meist trieb der Hunger, aber auch Wildschaden die Menschen in den Wald, besonders in armen Gegenden. Und von Plattenhardt stellte das Oberamt Stuttgart noch 1851 fest, dass es sich um ‚meist unbemittelt‘ lebende Menschen handle. Und selbst in unserer Zeit sagt ein Forstbeamter immer mal wieder: ‚Wenn die Not am größten, ist der Wald am nächsten.‘

Die Wilderei war deshalb schon immer mit drakonischen Strafen belegt, galt sie doch als Frevel (an der Natur? am Eigentum des Fürsten?), und noch im Jahre 1935 wurde festgeschrieben, dass auf ‚fliehende Wilderer geschossen werden‘ kann.

Vor diesem Hintergrund wird der Morgengruß verständlich, der da lautet: ‚Et vertwischt?‘ (heißt: Nicht erwischt?). Auf dass es allen so gehen möge!“

Leserin Gerad Moll aus Rudersberg schickt uns ein Gedicht:

„Vom Kend bis zom Alter

Wenn a Kend bischt, na derfscht älles ausprobiera,

später na derfscht au schtudiera.

Wirscht na älter, na kascht älles macha.

Em Alter na, wenn älles kascht,

kascht älles, bloß kascht halt nemme älles schaffa.“ Der schwäbische Spruch des Wochenendes hat ebenfalls mit der Frage Können und Dürfen zu tun. Leser Hans-Joachim Wayss aus Unterensingen zitiert einen Ausspruch seiner Oma: „Dr Mensch därf ällas essa, aber nau so viel, dass ’r no a bissle hongrich vom Disch ufschtoht.“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; ­E-Mail: land@stn.zgs.de