Guatsla backen Foto: dapd

Gleich zwei Leserinnen – Herta Pfau aus Leutenbach und Anne Steinwart – haben diese Adventsgeschichte eingeschickt.

Gleich zwei Leserinnen – Herta Pfau aus Leutenbach und Anne Steinwart – haben diese Adventsgeschichte eingeschickt:

„Familie Bauer hot uff Adventsbsuach gwartet. D’Hausfrau hot wunderschö dr Tisch deckt, mit ihrem schönschta Feschttagsgschirr, hot a paar Kerzla dazua­gschtellt und vor allem en großa Teller mit de ellerschönste Guatsla, die se backa ghett hot.

Weil aber der Bsuach so lang net komma isch, war’s dene Guatsla langweilig, und se hend aagfanga, sich zu unterhalta. So a Vanillebredle hot gmoint, ,i bee am schnellschta backa, mein Toig braucht mr bloß a Weile rühra und no Häufla drvoo uf a Blech setza, a Weile abtrockna lassa und bei gelinder Hitz bacha‘. Do meldet sich a Springerle und moint, ,du hosch jo gar ­koine richtige Fiaßla, guck mi aa, i han welche und vor allem mei Gsicht, des isch so schee, do miasset sich alle drhinter verstecka‘. ,Gib net so aa‘, moint do a Husarakräpfle, ,i bee ganz siaß und han sogar a rot’s Käpple uff, vor allem bee i ganz mürb und net so hart wia du‘. Lautstark verteidigt sich uff oimol des Schokladbrot, ’s wär noo viel mürber und dät uff dr Zung verganga, mi könnat sogar Leut essa, wo koine Zäh meh hend. So a Vanillkipferl hot no gmoint, ,wega mir streitat sich meischtens d’Kinder, weil i so zuckrig bee, dees derfet ihr fei glauba‘.

,Aber um mi streitet sie sich au‘, moint a Ausstecherle, weil i so viele scheene Forma han. No hot so a Zimtstern gsagt, ,an mir hot die Frau Bauer am meischta schaffa miassa – und i bee au zuckersiass‘. ,Ja, vielleicht hot bei dir dr Frau Bauer mitschaffa miassa, weil du so schee bisch‘, hot no dr Lebkuacha gmoint, aber i verbroit an Weihnachta doch dr ellerbeschte Duft. ,Vielleicht‘, moint no so a Kokosmakrönle, ,aber mei Duft, der riacht noch der großa, weita Welt – und i bee weiß wia Schnee an Weihnachta.‘

Do hot sich uff oimol so a klois Freudentränle gmeldet und gmoint, ,i schmeck ziemlich schokoladig, mi kaa mr uff oimol en dr Mund neischiba, dees isch von Vorteil, no gibt’s nämlich koine Braisala.‘ A Schwobabredle moint do drzua, ,i bee so mürb, dass i uff dr Zung vergang, weil d’Frau Bauer so viel Butter in mi neido hot.‘ Do druff moint no so a vergoldets Maultäschle: ,I bee des Edelschte, was es gibt, des kaa koiner abstreita, für mi hend dia Bauers am meischta Geld ausgebba.‘

An Florentiner, der dess so elles von de andere aaghört hot, macht sich so seine Gedanka und moint: ,Gott sei Dank, lieget net no meh Sorta do uff am Teller und dass jetzt endlich dia Gäscht kommat, sonscht dätet mir elle womeglich noo Streit mitnander aafanga!‘

Zum gestrigen Beitrag „Baatschawaffl“ bemerkt Gerad Schmid: „Baatsche ist für mich klar, aber nicht mit der ,Waffl‘, sondern mit der ,Raffl‘. ,Dui hot an scheena Raffl‘, das heißt so viel wie a graußa Gosch. Do lauft’s wia gschmiert.‘“

Martin Hoffmann aus Vaihingen-Aurich wendet sich mit einer Frage an die „Auf gut Schwäbisch“-Leser: „In unserem Dorf lebte ein Mann, der in Gesellschaft des Öfteren ein Gedicht vortrug. Ich kenne davon nur noch den Schluss; sinngemäß ging es so: Die Grete trifft beim Kirchgang eine Bekannte auf der Straße. Diese fragt: ,Was willst du denn mit dem Stück Rauchfleisch in deiner Hand?‘ ,O je‘, sagt do d’Gret ganz verbissa (oder ähnlich). ‚Jetzt han I ’s Gsangbuech ens Kraut neigschmissa!‘“ Wer kennt mehr?

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Renate Kronau aus Stuttgart. Sie zitiert den Spruch eines Meisters an die Adresse seines Lehrlings: „Dir sieht m’r beim Veschbera au net ó, was du beim Schaffa für an Dackel bisch!“