Backen Foto: dapd

Für unsere dienstägliche Essens-Rubrik schickt uns Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn folgenden Beitrag.

Stuttgart - Für unsere dienstägliche Essens-Rubrik schickt uns Leserin Irmgard Abt aus Steinenbronn folgenden Beitrag:

Goißhirtla, dia geit’s scho lang, en Goißhirt soll des Meahlbirnle en Schtuagert g’fonda han, a Goißhirtle isch a Sommerbir, sie isch kloi, saftig ond schmeckt a bissle noch Zemt.

Neamer hot se meh beachtet, des kloine Birnle, d’rweil ka mr se nemma ohne Butza zom Dörra. Fenf Schtond lang em Ofa sott se langsam brutzla, no isch se danoch a scheene Hutzel.

Z’ Weihnachta bacht mr a Hutzelbrot, des hebt lang, s’goht et so schnell he’. Goißhirtla so richtig doigich, so mog i se grad, gessa werde se mit Schtompf ond Schtiel. Mr ka aber aus deam Goißhirtla-Muas au en Kuacha macha.

Rezept für eine Springform, ca.40 Zentimeter. Für das Mus: 1 kg gedörrte Birnen mit Zimt und gemahlenen Nelken sowie mit 150 g Zucker, 1El. Mandeln, 1 El. Haselnüssen und wenig Wasser zu einem festen Mus kochen.

Für den Mürbteig:

300 g Mehl

150 g Butter

60 g Zucker,

1 Prise Salz

2 Eier,

1/8 l Milch

Alles zu einem Teig kneten,ausrollen, auf die gefettete Form legen und einen Rand hochziehen. Den Boden mit Zwiebackbröseln bestreuen, das Mus gleichmäßig verteilen und mit Butterflöckchen, mit Zimt und Zucker und 100 g Haferflocken bestreuen. Ca. 35–40 Minuten bei 170 Grad backen. Einen halben Tag zugedeckt ziehen lassen, so wird er schön saftig.

Von Theodor Fontane gibt es ein schönes Gedicht über unsere Gaißhirtle: „Herr von Ribbeck im Havelland“. Günter Hezel hat daraus eine schwäbische Kurzversion gemacht.

„Weit übers schöne Havelland

war d’r alte Ribbeck wohl bekannt

denn emmer kurz vor dem Wenter

hat er Goißhirtle verteilt an dia Kender

ond selbst d’r alte Bollmann’s Fritze

fand dia Aktion oifach spitze.

Als d’r alte Ribbeck dann verstarb

legten sie ihm a’ Birn en d’r Sarg

aus dera Birna, der verdorrta

isch a scheener Birnbaum g’worda.

Jetzt kennet dia Kender ihre Birna

selber hola, des isch doch besser als

beim Nochber g’stohla.

Der schwäbische Spruch des Tages stammt von Eugen Gutknecht aus Stuttgart. „Als beim Mittagessen wieder einmal ein Rest blieb, mit deem mr nix mee aafanga kaa, den man aber au net verkomma lassa sott, fiel mir der zugehörige Spruch ein: „Wem mir onsrn Vaddr nedd hädded, miaßded mr ons a Sau halda!”

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, ­Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de