In der vergangenen Woche sind mehrere weiße Tauben auf der Schönbuchlichtung herumgeirrt. Sie schienen erschöpft und orientierungslos. Wem die Tiere gehören, ist nicht klar.
In der vergangenen Woche sind auf der Schönbuchlichtung drei weiße Tauben der gleichen Art aufgetaucht. Sie schienen zwar nicht verletzt zu sein, fliegen jedoch wollten die Tiere nicht mehr. Alle sind letztlich untergekommen, bei Züchtern und Kleintiervereinen. Doch die Fragen bleiben: Wo kommen die Tiere her? Handelte es sich womöglich um Hochzeitstauben? Oder sind sie einfach einem Taubenbesitzer entflohen?
Anfang vergangener Woche staunte Ulrike Müller aus Altdorf nicht schlecht, als sie in ihren Vorgarten blickte: Dort saß eine weiße Taube – eine eher seltene Sichtung in freier Wildbahn. „Ich habe sie zunächst einfach sitzen lassen“, erzählt die Altdorferin. Doch als sich das Tier nach zwei Stunden immer noch nicht von der Stelle bewegt hatte, beschloss sie, der Taube zu helfen. Zu Hause hatte sie noch einen Vogelkäfig, mit dem sie den Vogel einsammelte. Auch bei Annäherung habe die Taube keine Anstalten gemacht davonzufliegen, erzählt Ulrike Müller.
Nach zahlreichen Anrufen bei Tierärzten, Tierheimen, Kleintierzüchtern und der Tiernotrettung kam die Taube schließlich bei einem Züchter in Gärtringen unter, der das Tier dann am Abend abholte. Wie Ulrike Müller recherchierte, handelte es sich bei der Taube vermutlich um einen „Danziger Hochflieger“.
Am nächsten Tag kam über die sozialen Medien dann erneut ein Hilferuf aus Altdorf – dort wurde wieder eine solche weiße Taube gefunden. Ende der Woche wurde eine dritte Taube schließlich in Holzgerlingen im Bereich der Robert-Bosch-Straße 3 gesichtet. Wie die Finderin auf Facebook schreibt, ließ sich auch diese Taube nicht von Menschen oder gar Autos zum Fliegen bewegen. Zwei der Tauben hatten einen grünen Ring um den Fuß, allerdings ohne weitere Kennzeichnung. Die andere Taube sei mit Farbe markiert werden.
Wer solche Tiere letztlich aufnehmen sollte, ist nicht klar
Wo die Tauben herkamen, ist bis jetzt nicht bekannt. Auch die Frage, wer solche Tiere am Ende aufnimmt, kann nicht endgültig beantwortet werden. Britta Leins vom Verein Straßentauben und Stadtleben kümmert sich um den Schutz von Stadttauben im Gebiet Stuttgart, Böblingen und Herrenberg. Ihres Erachtens nach wäre das Kreistierheim Böblingen für die Unterbringung zuständig. Früher hätte auch der Verein viele dieser Tiere in Volieren untergebracht, sagt Britta Leins. Doch dies übersteige mittlerweile die Kapazitäten des Vereins, weshalb sie sich auf Stadttauben beschränken würden.
Da es sich allesamt um weiße Tauben handelt, liegt auch die Vermutung nahe, dass es sich bei den Fundtieren um Hochzeitstauben handeln könnte. Laut der Tierschutzorganisation Peta würden die Tauben auf ihrem Flug zum Heimatschlag oftmals die Orientierung verlieren und seien den Angriffen von Greifvögeln ausgesetzt. Viele würden auch an Erschöpfung sterben. Diese sogenannten Ziertauben seien in freier Natur nicht überlebensfähig. Peta empfiehlt beim Fund einer solchen Taube sich an den örtlichen Tierschutzverein zu wenden.