Im Februar haben zwei Fälle, bei denen Männer Kinder rund um Schulen in Stuttgart-Sillenbuch angesprochen haben, für Aufregung gesorgt. Jetzt folgt der nächste Vorfall im benachbarten Heumaden – mit einer Siebenjährigen.
Erst Hundewelpen, und jetzt Kätzchen. Mehrere Male in den vergangenen Wochen ist es im Stuttgarter Stadtbezirk Sillenbuch zu Vorfällen gekommen, bei denen Kinder nach der Schule auf dem Heimweg von einem unbekannten Mann angesprochen und festgehalten worden sein sollen. Jeweils soll der Verdächtige versucht haben, die Kinder mit der Aussicht auf süße Tiere in ein Auto zu locken. Am vergangenen Freitag hat sich offenbar der nächste Fall ereignet – diesmal im Stadtteil Heumaden. Dort sind danach der Vorfall und der Aufruf, gut auf den Nachwuchs aufzupassen, über diverse Kanäle verbreitet worden und haben für Aufsehen gesorgt.
Demnach hat sich ein sieben Jahre altes Mädchen ungefähr um 15.30 Uhr auf dem Heimweg von der Grundschule befunden. In der Mannspergerstraße wurde es von einem Mann angesprochen. Er soll es am Rucksack festgehalten und versucht haben, es unter dem Vorwand, er habe Kätzchen im Auto, dorthin mitzunehmen. Die Siebenjährige konnte sich losreißen und flüchten. Sie vertraute sich Nachbarn an, die sofort die Polizei riefen. Der Unbekannte war aber nicht mehr zu finden.
Ähnlichkeiten zwischen den Fällen
Der Mann soll laut Angaben des Kindes gegenüber der Polizei dunkel gekleidet gewesen und rund 1,80 Meter groß sein. Möglicherweise sprach er mit einem osteuropäischen Akzent. „Wir prüfen den Vorfall noch“, sagt Polizeisprecherin Kara Starke. Vielversprechende Hinweise gebe es bisher nicht.
Das gilt auch für den Fall mit den Hundewelpen vor wenigen Wochen. Der hat sich ebenfalls im Stuttgarter Stadtbezirk Sillenbuch zugetragen, damals im Umfeld des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Dort sprach am 20. Februar ein Mann eine Zehnjährige an. Er hielt das Mädchen, das sich mit dem Fahrrad auf dem Heimweg befand, offenbar ebenfalls am Rucksack fest. Er könne Hundewelpen zeigen, soll der Mann gesagt haben. Das Mädchen fuhr weiter und vertraute sich den Eltern an. Die riefen die Polizei, die aber vergeblich nach dem Verdächtigen suchte.
„In diesem Fall gibt es keine neuen Erkenntnisse“, sagt Polizeisprecherin Starke. Unklar ist auch, ob es sich um denselben Mann gehandelt hat. Zumindest die Vorgehensweise, Größe und Bekleidung ähneln sich. Im Fall beim Geschwister-Scholl-Gymnasium, das danach die Eltern der Unterstufenschüler über den Fall informierte, war die Rede von einem 1,75 Meter großen Mann mit Dreitagebart und auffallend tiefer Stimme. Er soll mit einer dunklen Jacke und dunkelblauen Jeans bekleidet gewesen sein, allerdings akzentfrei Deutsch gesprochen haben. Ein dritter Aufreger immerhin konnte rasch aufgeklärt werden: Nur einen Tag vor dem Zwischenfall beim Gymnasium hatte ein Mann im Umfeld der Deutsch-Französischen Grundschule in Sillenbuch Kinder angesprochen und ihnen Spielzeug angeboten. Er konnte aufgrund eines Autokennzeichens ermittelt werden. Es habe sich herausgestellt, dass er tatsächlich Spielzeug übrig hatte, das er verschenken wollte – wenngleich auf eine äußerst ungeschickte Weise, so die Polizei.
Kinder immer wieder sensibilisieren
Generell empfehlen die Ermittler, Kinder immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie sich nicht mit Unbekannten einlassen sollten. Im Zweifel sollten sie sich jemandem anvertrauen, den sie kennen. Wer sich unsicher fühlt, sollte in Gruppen zur Schule gehen. Ängste schüren sollte man dabei nicht, sondern die Kinder ermutigen, entschlossen zu handeln, wenn sie sich nicht wohl fühlen.
An den Schultaschen sollten zudem keine Namensschilder sichtbar angebracht sein, weil diese Information von Tätern als vertrauensbildende Maßnahme missbraucht werden könnte.