Fahrgeschäfte auf dem Frühlingsfest wie der Klassiker Polyp sind im Betrieb oft enormen Kräften ausgesetzt. Um sicheren Fahrspaß zu gewährleisten, werden sie regelmäßig überprüft . Foto: Peter Petsch

Damit bei der Fahrt mit den Fahrgeschäften kein Unglück passiert, werden sie vor jedem Einsatz geprüft.

Stuttgart- Das Frühlingsfest ist in vollem Gang. Und viele Besucher freuen sich auf den Nervenkitzel mit Achterbahn und Co. Damit bei der Fahrt mit den fliegenden Bauten, wie die Fahrgeschäfte im Fachjargon heißen, kein Unglück passiert, werden sie vor jedem Einsatz auf Herz und Nieren geprüft.

Herr Bernhard, Sie haben in der letzten Woche vier Tage auf dem Wasen verbracht, haben Sie jetzt genug davon?
Keineswegs, die Stimmung während des Aufbaus ist ja eine ganz andere als während des Betriebs. Ich komme hier immer noch gerne als Besucher her, sei es mit meinen Kindern oder zusammen mit den Kollegen.

Wie viele Fahrgeschäfte haben Sie überprüft?
Wir überprüfen nur die schnell laufenden Geschäfte, alles andere macht das Baurechtsamt selbst, in dessen Auftrag wir unterwegs sind. Wir haben 21 Geschäfte geprüft und hatten in diesem Jahr, anders als in früheren Jahren, nichts Größeres zu ­beanstanden.

Fahren Sie selbst bei der Prüfung?
Das müssen wir nicht immer, aber es wird trotzdem häufig gemacht. Wir haben dabei schon allerlei erlebt. Zum Beispiel, dass während der Fahrt in schwindelerregender Höhe die Notabschaltung versehentlich ausgelöst wurde. Dann hängen Sie erst einmal eine Viertelstunde da oben. Da musste ich auch schon mal einem Kollegen Händchen halten, der nicht so starke Nerven hatte.

Woran erkennen Sie mögliche Mängel?
Inzwischen habe ich alle Fahrgeschäfte schon einmal geprüft, die hier auf dem Wasen sind. Man weiß, wo im Betrieb die höchsten Kräfte auftreten und welche Bauteile anfällig sind. Wir haben aber auch Messgeräte, mit denen wir sehen können, ob die Elektrik ordnungsgemäß funktioniert.

Was passiert, wenn Sie einen schwerwiegenden Mangel entdecken?
Dann muss nachgebessert werden. Je früher das Fahrgeschäft aufgebaut wird, desto geringer die Gefahr, dass der Betrieb nicht rechtzeitig aufgenommen werden kann. Der Betreiber kann dann eventuell erst nach Beseitigung der Mängel am zweiten oder dritten Tag starten.

Ist das eine schwere Entscheidung?
Nein, eigentlich nicht, denn die Sicherheit muss immer Vorrang haben. Wir wissen sehr wohl, dass ein verspäteter Betriebseinsatz für die Schausteller einen großen finanziellen Schaden zur Folge hat. Wir müssen aber nicht groß diskutieren. In den Jahren hat man sich kennengelernt, die Schausteller wissen, dass wir sie nicht unnötig ­schikanieren.

Wer bezahlt eigentlich Ihren Einsatz?
Das ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Hier in Stuttgart müssen die Schausteller selbst für die Prüfung aufkommen. Die Kosten richten sich nach Dauer und Aufwand für die Prüfung. Das liegt oft im dreistelligen Bereich, manchmal auch darüber. Wenn nachgebessert werden muss, müssen wir natürlich auch nochmals prüfen.

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