In Kürze steigt die Aktion „Rauchfrei im Mai“. Wer es einen Monat schafft, nicht zu rauchen, kann 1000 Euro gewinnen. Die Suchthilfezentren im Kreis Böblingen bieten Unterstützung an.
Tausend Euro, wenn Sie Raucher sind und es schaffen, den ganzen Mai nicht zu rauchen. Was wie eine absurde Wette klingt, ist real. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Rauchfrei im Mai“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheitlich wollen regionale Suchthilfezentren registrierten Rauchern neben den Vorteilen für Gesundheit und privates Budget einen weiterer Anreiz geben, sich vom Glimmstängel zu befreien.
Auch im Kreis Böblingen wird die auf Social Media täglich ausgespielte Raucherentwöhnungsaktion stattfinden. Damit Aufhörwillige den schwierigen Kampf gegen die Nikotinabhängigkeit nicht alleine ausfechten müssen, wollen die Suchthilfezentren Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg und Leonberg ab Mai ihr Beratungsangebot durch mehrere offene Sprechstunden erweitern und noch niederschwelliger machen.
Raucherentwöhnung ist eine große Herausforderung
Jessica Bernhard, Leiterin der vom Böblinger Verein „mevesta“ betriebenen Suchthilfezentren Sindelfingen und Herrenberg, beobachtet beim Thema Rauchen eine paradoxe Situation: „Einerseits ist Rauchen für viele etwas total Alltägliches, das sie in ihrem Tun vermeintlich weniger negativ beeinflusst wie es andere Suchtmittel tun. Rauchen ist auch etwas sehr Ritualhaftes. Andererseits ist die Entwöhnung von Nikotin alles andere als alltäglich. Wir wissen, dass es bei keinem Suchtmittel so schwierig ist, wieder loszukommen.“
Obwohl Menschen gerade in diesem Bereich ein großes Abhängigkeitsgefühl haben, würden nur wenige Menschen sich an die Suchthilfestellen wenden, sagt Bernhard. „Wer aufhören möchte und Begleitung braucht, sucht diese eher bei Ärzten.“ Die meisten entschließen sich laut der Sozialpädagogin und systemischen Therapeutin erst nach einem einschneidenden Ereignis dafür, dem Rauchen abzuschwören. Als Beispiele nennt sie eine ärztliche Diagnose, eine Schwangerschaft oder den Beginn einer neuen Beziehung.
Immer mehr Schulen fragen an
Unbeirrt von der eher zögerlichen Nachfrage beschäftigen sich die vier Fachberatungszentren im Kreis intensiv mit dem Thema Rauchentwöhnung und bieten neben Einschätzungen zum eigenen Suchtverhalten und persönlichen Beratungsangeboten das ganze Jahr über auch Aufklärungsformate für Schulen an.
In den vergangenen Jahren, so die Suchthilfezentrumsleiterin, sei das Interesse an Gesundheitspräventionsveranstaltungen ganz generell angestiegen – nach 82 im Jahr 2024 waren es 2025 bereits 141 im gesamten Kreisgebiet.
Vapes ein zunehmendes Problem bei Jugendlichen
Hier spielten in den vergangenen Jahren neben dem Rauchen klassischer Zigaretten auch das Vapen von E-Zigaretten eine immer größere Rolle, wie Jessica Bernhard berichtet: „Wir hören vermehrt von Fachkräften aus Schulen, dass das Thema Vapen – mit oder ohne Nikotin – gerade bei minderjährigen Jugendlichen ein Problem ist. Und das, obwohl Minderjährige nicht vapen dürfen.“ Wenig überraschend fänden Jugendliche trotz eines Verkaufsverbot von Vapes meist dennoch Möglichkeiten, an die dampfenden Ersatzzigaretten zu kommen, erklärt die Sindelfingerin. Die Hersteller schaffen dabei gerade für junge Menschen einen zusätzlichen Anreiz, indem sie die Inhaltsstoffe mit süßlichen Aromen anreichern.
Ob klassische Zigaretten, Cannabis oder E-Zigaretten – wer im nächsten Monat von dieser Sucht loskommen möchte, findet kostenfreie Unterstützung in Böblingen am 19. und 26. Mai von 18 bis 19 Uhr, in Sindelfingen am 6., 13. und 20. Mai von 14 bis 15 Uhr, in Herrenberg am 4., 11. und 18. Mai von 15 bis 16 Uhr sowie in Leonberg am 6. und 13. Mai von 19.30 bis 20.30 Uhr.
Suchtbekämpfung
Aktion
Mehr Informationen zu „Rauchfrei im Mai“ und der Chance auf den möglichen Geldgewinn gibt es unter https://www.rauchfrei-im-mai.de/.
Suchthilfe
Das Suchthilfezentrum Sindelfingen ist erreichbar unter Telefon 0 70 31 / 2 18 12 30, E-Mail: suchthilfe-sifi@mevesta.de, Herrenberg, Telefon 0 70 31 / 2 18 16 40, E-Mail: suchthilfe-hbg@mevesta.de. Die Internetseiten der Suchthilfezentren sind www.mevesta.de für Sindelfingen und Herrenberg und www.edivbb.de/beratung-und-hilfe/suchtberatung für Böblingen.