Das runde Dutzend der Bewerber in Stuttgart erhielt noch einmal Zuwachs: durch Sebastian Reutter. Er ist 40 Jahre alt und zählt zur städtischen Stabsabteilung Wirtschaftsförderung. Warum will er nun auf den OB-Sessel?
Stuttgart - Das Bewerberfeld für dieOB-Wahl am 8. Novemberist weiter gewachsen. Am Mittwoch kam Sebastian Reutter aus Stuttgart dazu. Der 40-Jährige – nach eigener Auskunft Jurist mit Kenntnissen von allen Verwaltungsebenen und ein „unternehmerischer Typ“ – ist seit neun Jahren im Rathaus in der Stabsabteilung Wirtschaftsförderung. Nun will er den „Stillstand“ in Stuttgart beenden, ein „gemeinsames Lebensgefühl“ herbeiführen und einen Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft einleiten. Sein Motto: „Stuttgart hat tolle Voraussetzungen. Stuttgart kann mehr. Die Stadt hat sich zu lang unter Wert verkauft. Wir sollten das Signal in die Welt senden: Stuttgart kommt wieder.“
Grüner als Kienzle und schwärzer als Nopper?
Weshalb er nun „alles riskiert“ und in den vermutlich rund 200 000 Euro teuren Wahlkampf gehe, begründet er so. Er habe Klagen gehört, man müsse bei der OB-Wahl „das kleinere Übel wählen“. Er selbst befürchte auch, dass es ohne seine Kandidatur in Stuttgart weiterginge wie bisher. Reutter sagt, er nenne sich nicht nur „überparteilich“ wie mancher Kandidat, er sei und bleibe das auch. Seine Schwerpunkte neben einem neuen Lebensgefühl und einem Aufbruch seien Wirtschaft und Klimaschutz. Die beiden zentralen Zukunftsfelder für die Stadt wolle er in einer Person vereinigen wie niemand sonst: „Ich will grüner sein als Veronika Kienzle von den Grünen und schwärzer als Frank Nopper von der CDU.“ Darin sieht er einen strategischen Vorteil. Letztlich handle es sich aber um eine Persönlichkeitswahl.
Der Kandidat sieht sich als Führungskraft
Reutter, der in Bad Cannstatt geboren wurde und mit seiner Partnerin in der Stuttgarter Innenstadt wohnt, bezeichnete sich auch als „Führungskraft“ aus dem Stuttgarter „Headquarter“. Auf Nachfrage sagte er, er habe in der Abteilung ein großes Team geleitet. Dann seien die dynamischen Aktivitäten im Rathaus etwas eingeschlafen. Zudem sei er wegen Rückenproblemen länger ausgefallen. Ihm sei klar, dass er nach der Wahl „nicht in die alte Rolle zurück“ könne. Er sprach auch an, dass er von 1998 bis 2018 in der CDU gewesen sei. In Zusammenhang mit einer Bewerbung in Bietigheim-Bissingen habe er mangels Unterstützung die Partei verlassen.