Die Stuttgarter Hebammen Ruth Hofmeister und Lena Ehlebracht bangen um ihre Existenz. Foto: Peter Petsch

Gesundheitsminister Hermann Gröhe verspricht eine Grundsatzlösung, um die explodierenden Kosten für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung der freiberuflichen Hebammen auszugleichen.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe verspricht eine Grundsatzlösung, um die explodierenden Kosten für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung der freiberuflichen Hebammen auszugleichen.

Stuttgart - Die freiberuflichen Hebammen können sich Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation machen. Nach einem zweistündigen Treffen mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) äußerte sich die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands Martina Klenk hoffnungsvoll. Schon im Sommer solle es demnach eine kurzfristige Lösung geben, um die explodierenden Kosten für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung auszugleichen. Darüber hinaus habe Gröhe eine langfristig tragbare Grundsatzlösung zugesagt. Die Details sind allerdings noch offen. Als mögliche kurzfristige Maßnahme gilt ein erneuter Zuschuss der Krankenversicherer. Die Kassen hatten den Hebammen bereits im Jahr 2012 einen Zuschlag gewährt, um die gestiegenen Versicherungsprämien teilweise auszugleichen.

Auch Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter äußerte sich gegenüber den Stuttgarter Nachrichten besorgt über die Situation der Geburtshelferinnen: „Die Tätigkeit freiberuflicher Hebammen ist für uns unverzichtbar.“ Deshalb müsse alles versucht werden, um diese bedrohliche Situation zu entschärfen. Nach Ansicht von Altpeter sollte geprüft werden, ob der Staat bundeseinheitlich jenen Teil des Berufsrisikos absichern könnte, der von der Haftpflichtversicherung nicht mehr abgesichert werden kann. Diese Überlegung will die Ministerin bei einem ihrer Gespräche in Berlin vortragen.

Die rund 3500 freiberuflichen Hebammen in Deutschland sehen seit längerem ihre berufliche Existenz in Gefahr, weil sich ihre Haftpflicht-Tarife in den vergangenen Jahren vervielfacht haben. Im Großraum Stuttgart sind 53 freiberufliche Hebammen betroffen. Das Problem droht sich zudem weiter zu verschärfen, denn von den drei Versicherungen, die überhaupt noch Angebote für Hebammen bereitstellen, will sich eine im kommenden Jahr zurückziehen. Eine Online-Petition, in der Gröhe aufgerufen wird, eine Lösung für die Haftpflichtproblematik zu finden, hatte bis Dienstagnachmittag bereits mehr als 130.000 Unterstützer gefunden.

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