Die Panoramaterrasse wird immer wieder demoliert. Foto: Patricia Sigerist

Die Ausführung der drei letzten Stationen auf dem Weinweg in Fellbach verzögert sich bis Herbst. Die Baubürgermeisterin beklagt Verwüstungen an der Aussichtsplattform.

Fellbach - Ende Juni hätte der Weinweg am Kappelberg fertiggestellt sein sollen – das hatte Fellbachs Baubürgermeisterin Beatrice Soltys den Stadträten noch kurz vor dem Termin versichert. In einer Sitzung des Gemeinderats war die Dezernentin überzeugt, dass es sich bei der Errichtung der fehlenden drei Stationen nur um eine Frage von Tagen handle. Doch mit der Fertigstellung vor der Sommer-pause wurde es nichts. Bis die Arbeiten beendet sind wird es nach neuestem Stand nun voraussichtlich Ende September werden. „Wir arbeiten dran. Aber die Firmen stehen derzeit nicht so Gewehr bei Fuß, wie wir uns das wünschen“, sagt die Baubürgermeisterin .

Rund drei Monate beträgt die Verzögerung

Die ersten Bausteine des 4,5 Kilometer langen Lehrpfades durch die „Werkstatt der Fellbacher Wengerter“ waren vor vier Jahren eingeweiht hatte. Den Weinweg so zu gestalten, wie er sich jetzt zeigt, war die Idee der Fellbacher Baubürgermeisterin, bei der Umsetzung wirkte unter anderem Ralph Tille, Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart mit. Jetzt liegt es offensichtlich just am Professor und an den Handwerkern, dass die letzten Stationen erst mit einer weiteren Verzögerung von drei Monaten fertig werden. „Ende September ist es aber soweit“, sagt Soltys auf Anfrage und verbürgt sich für das Datum. Bisher sind von den drei neuen Stationen „Blick in den Berg“ (Stationen 10.1. und 10.2.) sowie „Aromen zum Anfassen“ (14) lediglich tiefe Löcher im Erdreich oder unbeschriftete, traurig anmutende Stelen aus Corten-Stahl zu sehen. Es müssten noch die Plexiglasscheiben mit den beschrifteten Folien, die Erklärungen zum Blick in die Landschaft liefern, angebracht werden, so Soltys. „Die werden derzeit hergestellt.“

Die Stationen sind bewusst robust gestaltet

Bei der Auswahl der für den Weinweg am Kappelberg verwendeten Materialien war die Maxime, dass weniger schnell zerstört wird, was auch optisch wertvoll ist. „Wir haben bisher alle Stationen sehr robust gestaltet“, sagt Beatrice Soltys. Das gelte auch für die noch ausstehenden. Das hält einige Mitbürger dennoch nicht von Verwüstungen ab – sehr zum Bedauern der Baubürger-meisterin. An der Aussichtsplattform sei beispielsweise eine Kupferverblendung „weggebogen“ worden, berichtet sie. „Dort kann man auch heiraten. Schade, dass es dennoch zu Beschädigung kommt.“ Auch die vom individuellen Kurbelbetrieb auf Solar-Paneelen umgestellte Hörstation ist defekt. „Ich weiß nicht, woran die Störung liegt.“ Ob das auf eine mutwillige Handlung zurückzuführen ist, ist nicht klar. „Ich habe mit Jens Mohrmann von der Schwabenlandhalle gesprochen, er schickt seine Techniker vor Ort.“ Auch ein Glaselement am Waldrand Richtung Rotenberg sei komplett zerstört worden. Es scheint, als ob der Weinweg an einigen Punkten und Stationen ein Sorgenkind ist. Bis zur Remstal-Gartenschau, die im kommenden Frühjahr eröffnet wird, wird er fertig sein. Er ist einer von vielen Programmpunkten, mit dem Fellbach das Event bereichern will. Bis jetzt hat Fellbach einige Hunderttausend Euro in das Projekt gesteckt. Unter anderem gibt es erklärende Tafeln und Hinweise zum Weinbau, aber auch lauschige Bänke, die zum Verweilen einladen und den Blick ins Remstal öffnen.

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