Winfried Kretschmann. Foto: dapd

Winfried Kretschmann zeigt sich offen dafür, Standort für Atommüll-Endlager zu suchen.

Berlin/Stuttgart - Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich offen dafür, einen geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager auch in seinem Land zu suchen.

„Selbstverständlich“ würde er als Ministerpräsident auch die Untersuchung von Tonschichten in seinem Bundesland zulassen, sagte Kretschmann der „Bild am Sonntag“. „Alles, was geeignet ist für atomare Endlager, muss untersucht werden. Da ist niemand ausgenommen.“ Bisher wird nur im niedersächsischen Gorleben der dortige Salzstock als Lagermöglichkeit erkundet.

Als Bedingung für die Bestimmung eines Endlagers nannte Kretschmann das Aus aller deutschen Atomkraftwerke. „Erst wenn alle Meiler abgeschaltet sind, wird man erfolgreich ein Endlager ausweisen können.“ Erst dann „kann man Verständnis dafür erwarten, dass der Müll, der schon da ist, irgendwohin muss“.

"Müssen den ganz breiten parteiübergreifenden Konsens finden"

Kretschmann gab sich überzeugt, dass es zu einer Verständigung mit der schwarz-gelben Bundesregierung über einen zügigen Atomausstieg kommen werde. „In einem neuen Ausstiegskonsens werden wir zu kürzeren Laufzeiten kommen. Das streben wir Grüne an, und ich bin sicher, dass wir uns darauf mit der Bundesregierung einigen können. Wir müssen jetzt den ganz breiten parteiübergreifenden Konsens finden, damit der Atomausstieg unumkehrbar wird.“

Damit würde es für die von EnBW in Baden-Württemberg betriebenen Meiler Neckarwestheim II und Philippsburg II zu kürzeren Laufzeiten als bis 2022 und 2018 kommen, wie noch im rot-grünen Ausstiegsbeschluss vorgesehen.

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