Atmosfair startet Mit gutem Gewissen ab Stuttgart fliegen

Von dpa/lsw 

Flughafenchef Georg Fundel (links) stellt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Atmosfair-Terminal am Stuttgarter Flughafen vor. Foto: dpa
Flughafenchef Georg Fundel (links) stellt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Atmosfair-Terminal am Stuttgarter Flughafen vor. Foto: dpa

Fluggäste können "ihre" Treibhausgase mit einer Spende für den Klimaschutz kompensieren.

Stuttgart - Fliegen mit einem guten Gewissen: Passagiere des Stuttgarter Flughafens können die bei einem Flug entstehenden Treibhausgase mit einer Spende für Klimaschutzprojekte kompensieren. Der Airport arbeitet dabei mit der gemeinnützigen Organisation Atmosfair zusammen.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte am Mittwoch, der Flugverkehr sei für den Klimaschutz ein großes Problem. Wer fliegen müsse habe nun die Möglichkeit, verursachte Emissionen zumindest auszugleichen und sinnvolle Vorhaben zu unterstützen.

160 Kilogramm Kohlendioxid für einen Flug Stuttgart - Berlin

Die bei einem Flug entstehenden Treibhausgase können laut Mitteilung an einen speziell eingerichteten Computerterminal ermittelt werden. Ein einfacher Flug von Stuttgart nach Berlin verursache demnach 160 Kilogramm Kohlendioxid pro Passagier, wie ein Flughafensprecher sagte. Um die entstehenden klimaschädlichen Treibhausgase auszugleichen wären dann sechs Euro fällig. Das Geld wird von Atmosfair beispielsweise in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse oder Energiesparprojekte investiert.

Ähnliche Projekte gibt es beispielsweise auch bei Fluggesellschaften. Lufthansa arbeitet seit 2007 mit der Organisation My Climate zusammen, wie eine Sprecherin berichtete. Auf Kundenwunsch habe das Unternehmen sich in diesem Bereich engagiert.

Nur wenige Passagiere machen mit

Auf große Resonanz stößt das klimaneutrale Fliegen bisher aber offenbar nicht: Die Nutzungszahlen lägen konstant unter einem Prozent. Im vergangenen Jahr seien 58,9 Millionen Passagiere transportiert worden.

Ein Sprecher des baden-württembergischen Umweltverbandes BUND begrüßte das Engagement des Stuttgarter Flughafens. Grundsätzlich sollten Flüge - vor allem innerhalb von Deutschland - vermieden werden, forderte er. Bei der Auswahl von Anbietern zur Kompensation von Treibhausgasen sei wichtig, dass die Emissionen tatsächlich eingespart werden. Hierzu gebe es entsprechende Zertifikate, die das garantierten.

 

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