Baek Heena hat schon voriges Jahr gewonnen, kann den Preis aber erst jetzt erhalten. Foto: ALMA

Keine andere Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur ist annähernd so hoch dotiert. Die Gewinner des Astrid-Lindgren-Gedächtnispreises können sich wirklich freuen.

Stockholm - Die südkoreanische Illustratorin Baek Heena und der französische Jugendbuchautor Jean-Claude Mourlevat sind mit dem renommierten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis gewürdigt worden. Baek als Preisträgerin des Vorjahres und Mourlevat als Ausgezeichneter des laufenden Jahres wurden am Montagabend auf einer aus Stockholm übertragenen Online-Zeremonie mit dem höchstdotierten Preis für Kinder- und Jugendliteratur der Welt geehrt. Die seit 2003 vergebene Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von fünf Millionen schwedischen Kronen dotiert - umgerechnet ist das fast eine halbe Million Euro.

Die Preisübergabe an Baek musste im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen. Sie wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der Ehrung von Mourlevat nachgeholt - allerdings konnte auch diesmal kein Preisträger nach Stockholm reisen. Stattdessen wurden die Werke der Südkoreanerin und des Franzosen auf einer knapp einstündigen Online-Zeremonie gewürdigt, unter anderem mit Darbietungen eines Tanztheaters und Worten von Kronprinzessin Victoria. „Ihre Arbeit hilft Kindern, ihre Sprache, ihre Kreativität und ihr Einfühlungsvermögen zu entwickeln“, sagte die schwedische Thronfolgerin zu den beiden aus ihrer südkoreanischen beziehungsweise französischen Heimat zugeschalteten Preisträgern.

Die große Frage „Warum ich?“

Der 69-jährige Jean-Claude Mourlevat ist einer der bedeutendsten französischen Kinder- und Jugendbuchautoren. Sein Debüt als Autor feierte er 1997 mit dem Bilderbuch „Histoire de l’enfant et de l’oeuf“ (Die Geschichte über das Kind und das Ei). Seitdem hat er rund 30 Bücher herausgebracht, die insgesamt in fast 20 Sprachen übersetzt wurden, darunter einige auch ins Deutsche. In seiner Dankesrede sagte er, er habe sich seit der Preisbekanntgabe vor zwei Monaten immer gefragt: „Warum ich?“ Er fühle sich sehr geehrt.

Die bis dahin in Europa weitgehend unbekannte Baek Heena war ein Jahr zuvor von der Preisjury auserkoren worden. Sie zählt in Südkorea zu den berühmtesten Bilderbuch-Künstlerinnen des Landes. Seit ihrem Debüt mit „Cloud Bread“ (Wolkenbrot) im Jahr 2004 hat sie mehr als ein Dutzend Bilderbücher veröffentlicht.

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