Grün statt Grau lautet die Zukunftsidee für den Platz bei der Galerie Stihl. Die Stadt Waiblingen hat einige Ideen, die sie zum Teil schon 2026 umsetzen will.
Gut Ding will manchmal Weile haben – dranbleiben lohnt sich also. Das hat sich bei der Haushaltsdebatte in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) einmal mehr gezeigt. Mit ihrem Antrag, die asphaltierte Fläche rund um die Galerie Stihl Waiblingen dauerhaft zu begrünen, hat die Grünen-Fraktion nun offene Türen bei den Stadträtinnen und -räten und auch bei der Verwaltung eingerannt. Ganz anders als die CDU-Fraktion, die diesen Schritt bereits im Dezember 2017 vorgeschlagen hatte und damit nicht durchkam.
Einstimmig befürwortete der Gemeinderat hingegen jetzt im vergangenen Dezember den Vorschlag, die im vergangenen Sommer probeweise auf dem Platz installierten mobilen Grünflächen – Kübelpflanzen wie Oleander, aber auch Bäumchen in Pflanztrögen – weiter auszubauen und zu „verstetigen“. Die Verwaltung habe dazu sogar schon einen Vorentwurf erarbeitet, sagte der Oberbürgermeister Sebastian Wolf. Das Ziel des Plans sei es, „zusammenhängende Flächenanteile zu entsiegeln und zu begrünen“. Geplant sei, auf der Fläche Staudenbeete anzulegen und Bäume zu pflanzen.
Die genauen Pläne dazu will die Verwaltung im ersten Halbjahr 2026 im zuständigen Ausschuss vorstellen. Bereits im kommenden Jahr sollen zunächst Flächen zwischen der Galerie Stihl und der Kunstschule Unteres Remstal entsiegelt werden. Die mobilen Bäumchen und Kübelpflanzen können dann künftig auf dem Rathausplatz zum Einsatz kommen.
Goll: Galerie-Platz sieht schick, aber trostlos aus
Bei dem ersten Vorstoß im Jahr 2017 hatte der CDU-Stadtrat Michael Stumpp den Bereich um das Kunstmuseum als „eine Asphaltwüste“ bezeichnet, der es an Atmosphäre mangle. Zudem werde die Fläche oft unerlaubterweise als Parkplatz genutzt. Daher solle ein Planungsbüro prüfen, wie sich die Aufenthaltsqualität durch mehr Grün und Sitzgelegenheiten verbessern ließe.„Diese Fläche sehen wir als städtebauliches Problemkind“, sagte Stumpp damals. Den CDU-Antrag unterstützte im Dezember 2017 beispielsweise die FDP-Fraktion, deren Vorsitzende Julia Goll über den Platz sagte: „Er sieht schick, aber trostlos aus.“
Allerdings fand der Vorschlag 2017 keine Mehrheit im Gemeinderat. Er sei zu dieser Zeit noch „ein Sakrileg“ gewesen, sagte Stumpp nun im Rückblick auf die Debatte. Der frühere Rathauschef Andreas Hesky hatte sich klar gegen eine zusätzliche Begrünung ausgesprochen. Ganz bewusst seien an dieser Stelle nur punktuelle Grünflächen vorgesehen, um keine Konkurrenz zur hochwertigen Architektur zu schaffen, argumentierte Hesky seinerzeit. Er räumte allerdings ein, dass der freie Platz von Autofahrern gerne mal als Parkplatz zweckentfremdet werde.
Auch in dieser Beziehung habe die mobile Begrünung bereits Verbesserungen gebracht, sagte Iris Förster (Grüne), als sie nun den erneuten Antrag auf eine natürlichere Gestaltung der Fläche an der Rems stellte. „Früher wurde zum Teil direkt neben der Kunstschule geparkt, das geht jetzt nicht mehr und ist gut so.“