Andrea Berg und Uli Ferber haben mit dem Prozess nur so viel zu tun, als dass sein Hotel eine Rechnung für eine Familienfeier beglichen haben will. Foto: dpa-Zentralbild

Ein Zivilprozess sorgt für Aufsehen, aber nur wegen des Ortes, um den es sich dreht: das Hotel Sonnenhof, dessen Chef Uli Ferber mit der Sängerin Andrea Berg verheiratet ist. Gegenstand des Händels ist eine unbezahlte Rechnung für eine Familienfeier.

Aspach - Wer bestellt, der bezahlt. Diese Redensart erscheint eigentlich ganz logisch. Doch wenn eine Frau für ihre Großeltern die Feier der Eisernen Hochzeit organisiert und später von dem Wirt zur Kasse gebeten wird, in dessen Gaststube die Familienfeier stattfand, dann kann daraus ein Zivilprozess werden. Und wenn jenes Restaurant nicht irgendeines ist, sondern das Hotel Sonnenhof in Großaspach, dann wird das in der Öffentlichkeit schon interessant. Zumal der Patron des Hauses, Uli Ferber, mit der – neben Helene Fischer – zurzeit populärsten deutschen Schlagersängerin verheiratet ist: Andrea Berg.

Andrea Berg hat mit der Sache nichts zu tun

Diese hat mit der ganzen Sache allerdings nichts zu tun, außer dass sie eventuell zurzeit der Familienfeier irgendwo in dem – ziemlich großen – Haus unterwegs war. Doch eine Zeitung berichtete über den Prozess, der Name Andrea Berg fiel, und die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet. Kaum ein anderes Stichwort lässt dort das Interesse so in die Höhe schießen wie ihr Name.

Und so machte nun am Montag dieser Woche im weltweiten Datennetz die Kunde die Runde, es werde in dem besagten Prozess um die unbezahlte Sonnenhof-Rechnung im Backnanger Amtsgericht das Urteil gesprochen. Doch weit gefehlt: „Nein, es wird eine Entscheidung verkündet, kein Urteil“, verriet der Richter auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bei Zivilprozessen machen die Juristen nämlich feine Unterschiede. Wenn eine Entscheidung ansteht, heißt das nicht automatisch, dass ein Urteil gefällt wird. In diesem Fall hat der Richter entschieden, dass am 27. September eine weitere Sitzung stattfinden soll. Zu dieser werden Zeugen vorgeladen, die dem Gericht von den beiden streitenden Parteien genannt wurden. „Diese werden dann vernommen“, so der Richter. Oder auch nicht. „Der Prozess wird nicht von Amts wegen geführt. Sollten sich die Parteien untereinander bis dahin doch noch einigen, dann wäre alles erledigt.“

Doch mit einer Einigung scheint nicht zu rechnen zu sein. Der Fall ist doch ein bisschen zu verwickelt. Vom Hotel Sonnenhof verklagt wurde, wie erwähnt, eine Frau, die ihren Großeltern die Feier der Eisernen Hochzeit im Januar 2015 organisierte. Diese fand auch im Sonnenhof in Großaspach statt. Einen Monat später starb der Großvater, im Sommer 2015 die Großmutter. Der Sonnenhof hatte noch die offene Rechnung und stellte diese der Enkelin. Die insistierte, sie habe lediglich die Organisation der Feier übernommen, bestellt habe sie nichts und werde daher nicht bezahlen.

Das Gericht soll noch einmal Zeugen verhören

Außerdem wurden von ihr Mängel angeführt, die den Preis des Hotels nicht rechtfertigten: das Essen sei zum Teil verkocht, zu spät serviert worden und überdies bei einigen Gästen fast kalt angekommen. Das Hotelmanagement hat zwar einen Preisnachlass angeboten, doch die Enkelin lehnte diesen ab.

Es wird nun also spannend werden, wer am 27. September als Zeuge erscheinen wird. Eins ist jedenfalls sicher: Andrea Berg wird wohl nicht dazu gehören, denn die Sängerin war damals während der Familienfeier nirgends zu sehen.

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