Der idyllisch gelegene Warthof ist nicht nur äußerlich herausgeputzt worden. Foto: privat

Der historische Warthof ist von Grund auf saniert und ausgebaut worden. Das Land hat fast zwei Millionen Euro ausgegeben.

Aspach - Die Wurzeln des staatlichen Forstanwesens, das zwischen Aspach und Spiegelberg mitten im Wald liegt, reichen ins 19. Jahrhundert zurück, die der angrenzenden Burgruine bis ins 11. Jahrhundert. In den vergangenen Jahren ist der Warthof aufwendig restauriert und energetisch saniert worden. Jüngst hat die Staatssekretärin im Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, den Schlüssel symbolisch an die jungen Menschen übergeben, die dort ihre Berufsausbildung absolvieren.

Fast zwei Millionen Euro investiert

Ungefähr 1,8 Millionen Euro hat das Land investiert, um das Anwesen, das die damalige Staatsfinanzverwaltung im Jahr 1862 von den Grafen Adelmann erworben hatte, im Sinne einer zeitgemäßen Nutzung aufzubereiten. Dabei wurde der vierteilige Gebäudekomplex nicht nur von Grund auf saniert, es entstanden auch neue Seminar- und Werkstatträume für die Ausbildung der angehenden Forstwirte sowie ein komplett neues Gebäude.

Die Aufgabe sei keine leichte gewesen, sagt der Leiter des Kreisforstamtes, Martin Röhrs. Schließlich seien bei der Restaurierung viele verschiedene Belange des Denkmal- und Naturschutzes zu berücksichtigen gewesen. Rund vier Jahre hätten Planung und Umsetzung beansprucht.

Hygienische Wildbretkammer

Im Einzelnen wurde das Wohnhaus mit dem Dienstbereich des Forstamts völlig entkernt und energetisch saniert. Weil bei einer Teilsanierung des Gebälks in den 70er-Jahren Pestizide eingesetzt worden waren, musste der gesamte Dachstuhl erneuert werden. Auch die Ausbildungsstelle in der ehemaligen Scheune wurde grundsaniert. Bisher ungenutzte Bereiche im Dachraum wurden ausgebaut, die sogenannte Wildbretkammer im historischen Backhaus an die modernen Hygienevorschriften angepasst. Und zur Unterbringung der Holzwerkstatt, als Garagenraum für Betriebsfahrzeuge und Geräte sowie für die zentrale Holzhackschnitzelanlage wurde ein neues Gebäude errichtet.

Die Untere Forstbehörde, welche die Erweiterung und Sanierung im Auftrag des Landesbetriebs Forst BW geplant und realisiert hat, ist stolz auf den Umbau, zumal dabei auch der vorgesehene Kostenrahmen eingehalten worden sei. Nach dem Abschluss der Teilsanierung des historischen Gebäude-Ensembles in den 70er-Jahren hätten die Verantwortlichen noch den Slogan „Von der Burg zur Försterstelle“ geprägt, sagt Martin Röhrs. Die angrenzende Burg war im Jahr 1090 erbaut und in den Bauernkriegen zerstört worden. Heute könne man den Slogan erweitern, sagt Röhrs: „. . .zu einer vorbildlichen Infra­struktur im 21. Jahrhundert“.

Forst im Rems-Murr-Kreis

Gebäude
Das Rems-Murr-Forstamt verfügt bei einer Gesamtgröße von 15 600 Hektar Staatswald insgesamt über zwei betriebliche Immobilien, an denen zentrale Aufgaben wahrgenommen werden, unter anderem die Ausbildung von Fortswirten. Neben dem Warthof ist dies der Stützpunkt auf dem Ex-Bundeswehrdepot bei Urbach. Seit der Verwaltungsreform im Jahr 2005 sind die Unteren Forstbehörden den Landratsamtern angegliedert.

Auszubildende
Im gesamten Staatswald Baden-Württemberg werden laut Angaben des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zurzeit 259 Lehrlinge an 37 Stellen ausgebildet. Im Rems-Murr-Kreis sind es aktuell 14, davon sechs am Warthof. Die Zahl der Bewerber übersteigt regelmäßig die Zahl der Ausbildungsplätze.

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