Auch die Bewohner der Wohnstadt Asemwald kritisieren den Nahverkehr. Foto: Archiv Ott

Seit der Fahrplanänderung hagelt es immer wieder Kritik an den Änderungen aus den Bezirken unterm Fernsehturm.Nun meldet sich auch der Asemwald.

Asemwald - Wenn er am Wochenende in die Stuttgarter Innenstadt möchte, muss Andreas Gebhart nicht nur sein VVS-Jahresticket, sondern auch seinen Führerschein immer in der Geldbörse haben. Gebhart wohnt im Asemwald. „Samstags und sonntags ist die Busverbindung hier so schlecht, dass es für mich die einzig gute Lösung ist, zunächst mit dem Auto nach Degerloch und von da weiter mit der Stadtbahn zu fahren“, erzählt er. Dem guten Vorsatz, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, entspreche dies freilich nicht so ganz. Doch da die Buslinien 74 und 76 nur stündlich im Asemwald fahren, werde es sonst zu aufwendig.

Warten oder laufen

„Die Hinfahrt kann man ja noch ganz gut planen“, sagt Gebhart. Aber wenn man aus der Innenstadt zurückkommt, könne man sich entscheiden, ob man 25 Minuten in Plieningen auf den Bus wartet oder „in 20 Minuten nach Hause läuft“, sagt der Bewohner der Wohnstadt. Gerade der Asemwald müsste seiner Meinung nach besser angeschlossen werden, „denn dort wohnen sehr viele ältere Leute, die eigentlich lieber den Bus nutzen würden, als noch mit dem eigenen Auto zu fahren“.

Kritik nach Fahrplanumstellung

Kritik nach Fahrplanänderung

Gebhart ist nur einer von vielen Bürgern, die seit der Fahrplanänderung der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) auf den Zug der zahlreichen Beschwerden aus den Bezirken unterm Fernsehturm aufgesprungen sind. Ob eine solche Welle an Kritik – sei sie positiver oder negativer Natur – nach einer Umstellung normal sei, kann Birte Schaper von der SSB nicht generell bestätigen. „Das kommt immer darauf an, was verändert wird und wen das in welcher Form trifft“, sagt sie. Generell seien die Reaktionen aus den Bezirken unterm Fernsehturm derzeit und auch sonst nicht anders als in anderen Stadtbezirken.

Zudem pflege man den Austausch mit den Kunden ja auch gerne und das ganze Jahr, nicht nur nach Ereignissen, sagt Schaper. „Wir können nicht bei jeder Fahrt mit vor Ort sein und sind daher froh, wenn wir konstruktive Vorschläge bekommen.“