Mit dem Anhänger mit Marvins Foto zieht die Stiftung von Veranstaltung zu Veranstaltung. Im Inneren können die Besucher ein Videospiel spielen. Foto: privat/Marvin-Puchmeier-Stiftung

Ralf Puchmeier hat im Gedenken an seinen vor drei Jahren verunglückten Sohn eine Stiftung gegründet. Diese unterstützt nun mit Hilfe der Arte-Sono-Kunstmesse im SI-Centrum benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Möhringen - Der Erlös geht wieder an die Marvin-Puchmeier-Stiftung. Diese hat Ralf Puchmeier im August 2017 in Erinnerung an seinen Sohn Marvin ins Leben gerufen, der ein halbes Jahr zuvor bei einem Arbeitsunfall nach einem Konzert in der Schleyerhalle sein Leben verloren hatte. Im Rahmen der vierten Arte Sono am 18. und 19. Januar werden Kunstwerke zugunsten der Stiftung versteigert, welche unter dem Dach des christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) in Württemberg benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt.

Von Malereien über Objektkunst bis zu Fotografien und sogar Performancekunst – die Bandbreite der Werke, die bei der Arte Sono zu sehen sein werden, ist vielfältig. „39 Kunstschaffende beteiligen sich an der Messe, die in diesem Jahr erstmals im SI-Centrum veranstaltet wird“, berichtet die Sielminger Künstlerin und Initiatorin der Kunstmesse, Marion Musch. Bisheriger Veranstaltungsort war das Jugendhaus Cann in Bad Cannstatt gewesen. Aufgrund der hohen Nachfrage haben sich die Initiatoren nun für eine Vergrößerung entschieden und ziehen auf die Filder.

Kunst wird für den guten Zweck versteigert

Die Arte Sono ist keine Verkaufsveranstaltung, sie soll vor allem für weniger bekannte Künstler und solche, die erst am Anfang ihrer künstlerischen Karriere stehen, eine Plattform bieten, sich zu präsentieren. Sie haben die Möglichkeit, sich mit anderen Kunstschaffenden und Kunstfreunden ganz zwanglos und ohne Verkaufsdruck auszutauschen. Geld fließt bei der Messe trotzdem: Bei der Auktion am Sonntag werden 30 Kunstwerke für den guten Zweck versteigert.

Marion Musch sitzt im Beirat der Stiftung, Marvin hatte für die erste Arte Sono 2017 die Internetseite gestaltet. „Marion und ich kennen uns seit der Grundschule“, sagt Ralf Puchmeier. Bei der Organisation der Messe und der Auktion ergänzen sich die beiden. Die Auswahl der Künstler liegt in der Verantwortung von Marion Musch, Ralf Puchmeier ist eher für den Technikbereich zuständig. Zwar hätten sie auch mal unterschiedliche Ansichten, „aber wir werden uns immer einig“, sagt Puchmeier.

Marvins Crew ist sehr umtriebig

Erwartungen an die Auktion hätten die Initiatoren nicht, sagt Marion Musch. „Jeder Euro ist ein Gewinn“, ergänzt Puchmeier. Ohnehin: „Es geht nicht ums Geld, sondern darum, dass wir Spaß dabei haben.“ Ein konkretes Projekt, welches die Stiftung mit dem Erlös fördern will, gibt es noch nicht. Das sei auch abhängig von der Summe, die letztlich erzielt werde.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren seit der Gründung war die Marvin-Puchmeier-Stiftung sehr umtriebig. Diverse Spendenaktionen, Auftritte bei Weihnachtsmärkten und Kirben, dem Stuttgarter Messeherbst, dem 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte, Benefizkonzerte und nicht zuletzt die Auktionen bei der Arte Sono brachten „Marvins Crew“, wie sich die Stiftungsmitglieder und Helfer nennen, Aufmerksamkeit und Spenden. Mehrere Tausend Euro gingen bereits an verschiedene Projekte im CJD. Auf dem riesigen, schwarzen Auto-Anhänger, mit dem die Crew von Veranstaltung zu Veranstaltung reist, prangt Marvins Bild und sein überdimensionierter Fingerabdruck, er ist das Stiftungslogo. Im Inneren haben die Besucher die Möglichkeit, beim Videospiel „Guitar Hero“ virtuell Musik zu spielen und sich über die Stiftung zu informieren.

Das war Marvins Welt

„Das war Marvins Welt“, sagt Ralf Puchmeier, „das Licht, das Laute“. In dieser Welt, der Musik, war er auch hinter der Bühne beim Abbau nach einem Konzert tätig, als er mit 19 Jahren im Februar 2017 ums Leben kam. „Mit der Stiftung lebt mein Kind weiter“, sagt der Vater. Marvin, so sagt er, werde so nie in Vergessenheit geraten. „Und mit den Spenden können wir benachteiligten Jugendlichen die Chance bieten, sich zu entfalten und zu verwirklichen“, sagt Puchmeier.

Die Kunstmesse ist am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Januar, im Dormero Saal A des SI-Centrums, Plieninger Straße 100. Geöffnet ist am Samstag von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Die Vernissage am Samstag wird von dem Jazz-Guitar-Spieler Lorenzo Petrocca musikalisch begleitet. Die Versteigerung zugunsten der Marvin-Puchmeier-Stiftung beginnt am Sonntag um 15 Uhr und wird auktioniert von der Radio-Moderatorin Marlit Marten.

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