Armin Rhode als Ermittler Erichsen in „Nachtschicht“ Foto: ZDF/Gordon Photographie

Schauspieler Armin Rohde (60) kam als Sohn eines Bergmanns zur Welt. Der praktizierende Buddhist gehört zu den wandlungsfähigsten deutschen Schauspielern. Im Interview spricht er über Geburtstage, Ernährung und die ZDF-Reihe „Nachtschicht“.

Herr Rohde, nachträglich noch herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 60. Geburtstag. Haben Sie das Ereignis groß gefeiert?
Nein, nur ganz klein mit ein paar Freunden. Mir war das nicht wichtig, und schenken kann man mir eh nichts. Das, was ich haben will, kaufe ich mir selber. Na ja, wenn jemand einen guten Cognac mitbringt, habe ich natürlich nichts einzuwenden (lacht).
Was haben Sie sich fürs neue Lebensjahrzehnt vorgenommen?
Also abnehmen, fitter werden, meine Ernährung umstellen habe ich schon seit einem Jahr in Arbeit. Und ich fühle mich jetzt deutlich besser. Als ich damit anfing, habe ich mich gefühlt wie ein alter Mann. Jetzt fühle ich mich wie Mitte 40.
Sündigen Sie nie?
Doch – und wenn ich mal eine Tafel Schokolade esse, dann genieße ich die bewusst und ohne schlechtes Gewissen. Aber ich weiß in dem Moment auch, dass das eine halbe Stunde auf dem Rudergerät für mich bedeutet, dabei trainiere ich die Kalorien wieder ab. Mein Gerät steht so, dass ich auf den Fernseher schauen kann, denn eine halbe Stunde Rudern ist eine Ewigkeit.
Was gucken Sie an, wenn Sie trainieren?
Am liebsten irgendwelche Naturfilme, und am allerbesten so Unterwassergeschichten. Ich habe 50, 60 Filme auf DVD in HD gesammelt, schöne Naturreportagen mit herrlichen Bildern.
Sie verzichten seit einer Weile beim Essen auch auf Fleisch. Wieso?
Ich lasse es bleiben, weil ich weiß, dass Tiere gequält werden, damit ich Fleisch essen kann. Ich habe früher selber mit Begeisterung Fleisch gegessen, auch Wurst aller Art, und ich will jetzt bestimmt niemanden bekehren. Aber wer sechsmal die Woche billiges Fleisch isst, weil es ihm egal ist, der soll einfach mal in einen Schlachthof gehen und sich anschauen, was da passiert. Es reicht doch, wenn die Leute nur zweimal die Woche Fleisch essen, dafür dann bitte solches von glücklichen Tieren, die nicht unter ekelhaften Bedingungen zu Tode gekommen sind.
Wieso twittern Sie so fleißig?
Weil das ein wunderbares Medium für die kleinen schrägen Einfälle, Beobachtungen und halbphilosophischen Gedanken ist, die man im Lauf des Tages hat und sonst wieder vergessen würde.
Haben Sie mit den sozialen Medien auch schon negative Erfahrungen gemacht?
Natürlich gibt es auch Leute, die einen beleidigen. Die schreiben dann unter Pseudonymen wie „Giftspritze“ unterirdisches, unzivilisiertes Zeug. Am Anfang hat mich das wahnsinnig irritiert, und ich dachte, ich müsste zur Polizei gehen – aber ich habe gelernt, damit umzugehen.
In der ZDF-Reihe „Nachtschicht“ spielen Sie einen von mehreren Polizisten, die stets nachts im Einsatz sind. Werden die Krimis tatsächlich nachts gedreht?
Diesmal haben wir nicht so viele Nächte gedreht, weil viele Szenen am frühen Abend spielen. Aber wir hatten auch schon Folgen, wo wir ganze Nächte lang gedreht haben. Und das Ganze im Winter, weil es da am längsten dunkel ist – durch diese langen kalten Winternächte muss man dann durch.
Sind Sie denn eine Nachteule?
Eigentlich schon. Aber es ist ein Unterschied, ob ich nachts gemütlich dasitze, einen Film anschaue, Playstation spiele, mit Freunden quatsche oder ob ich weiß: Ich muss gleich bei drei Grad mit offener Hemdbrust anderthalb Seiten Text sprechen.

„Nachtschicht – Wir sind alle keine ­Engel“, ZDF, 28. 4., 20.15 Uhr

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