Der Fußballer von der traurigen Gestalt: Lionel Messi bleibt erneut ein Titel mit Argentinien versagt. Foto: EPA

Lionel Messi wird nicht mehr für die argentinische Fußball-Nationalmannschaft auflaufen. Nach der erneuten Finalniederlage bei der Copa America gegen Chile erklärt er seinen Rücktritt aus der „Albiceleste“. Einige andere Spieler folgen wohl seinem Vorbild.

Stuttgart - Lionel Andrés Messi Cuccitini hat mit dem FC Barcelona alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Der fünfmalige Weltfußballer des Jahres (2009 bis 2012, 2015) hat mit dem spanischen Spitzenclub achtmal den Meistertitel und vier Pokalsiege geholt, dazu hat er vier Champions-League-Siege und drei Weltpokalsiege vorzuweisen. Nur mit der argentinischen Nationalmannschaft, da will es nicht so recht klappen. Der große Wurf ist bisher ausgeblieben – und es bleibt dabei. Denn nach dem verlorenen Finale bei der Copa America gegen Chile (2:4 nach Elfmeterschießen) samt seinem Fehlschuss übers Tor hat er überraschend seinen Rücktritt aus der „Albiceleste“ erklärt. Mit erst 29 Jahren. „Ich habe meine Entscheidung getroffen, meine Zeit in der Nationalmannschaft ist vorbei“, sagte Lionel Messi am Sonntagabend (Ortszeit) in East Rutherford/USA einem argentinischen Fernsehsender.

Und der Kapitän wird wohl nicht der einzige sein, der dem Team den Rücken kehrt. Sergio Agüero, Javier Mascherano und Lucas Biglia sollen auch ihren Abschied aus der Nationalmannschaft planen und Ever Banega, Ezequiel Lavezzi, Angel Di Maria sowie Gonzalo Higuain ebenfalls über ihre Zukunft im weiß-himmelblauen Trikot nachdenken.

Die Sehnsucht nach der Krönung im Nationaltrikot bleibt unerfüllt

Es ist Argentiniens verlorene Generation. 2005 gewannen Lionel Messi, Sergio Agüero und Lucas Biglia mit der U-20-Auswahl ihres Landes den Weltmeistertitel, 2008 folgte – zusammen mit Javier Mascherano, Ever Banega, Ezequiel Lavezzi und Angel Di Maria – der Olympiasieg. Doch mit dem Männerteam wartet das fußballverrückte Land schon seit dem Copa-Sieg 1993 auf einen Erfolg bei einem großen Turnier. 2014 verlor die Mannschaft das Finale der Weltmeisterschaft in Brasilien gegen Deutschland mit 0:1 nach Verlängerung. 2015 unterlag sie im Endspiel der Copa America Chile nach Elfmeterschießen. So wie jetzt. Eine niederschmetternde Niederlage, besonders für Lionel Messi. „In so einem schlimmen Zustand habe ich ihn noch nie zuvor in der Kabine gesehen“, sagte Sergio Agüero.

Die Sehnsucht nach der Krönung im Nationaltrikot blieb für den Superstar, der als bester Fußballer der Welt gilt, erneut unerfüllt. „„Ausgerechnet ich verschieße den ersten Elfmeter, der so wichtig war, um vorzulegen“, sagte Lionel Messi. „Es tut mir mehr als jedem anderen weh, dass ich nicht im Stande bin, mit Argentinien einen Titel zu gewinnen.“ Das Sinnbild für seine Karriere in der Nationalmannschaft ist wohl die Szene nach dem WM-Endspiel 2014, als er zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Tieftraurig nahm „La Pulga“ (der Floh) die Auszeichnung entgegen, der WM-Pokal ging jedoch an die Deutschen.

In 113 Länderspielen hat der 1,69 Meter kleine Hochgeschwindigkeitsdribbler 55 Treffer erzielt und damit jüngst auch den legendären Stürmer Gabriel „Batigoal“ Batistua an der Spitze der ewigen Torschützenliste Argentiniens überholt. Doch der Makel des fehlenden Titels bleibt. Und er lässt sich nun nicht mehr tilgen: „Die Entscheidung ist zum Wohle aller“, sagte Lionel Messi. „Es gibt viele Leute, die sich das gewünscht haben, die sich nicht damit zufrieden geben, wie wir es auch nicht tun, ein Finale zu erreichen und dann nicht zu gewinnen.“ Hasta la vista!

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