Frauke Petry hat mit ihrer Ankündigung, nicht der AfD-Fraktion im Bundestag angehören zu wollen, für Aufsehen gesorgt. Foto: dpa

In der ARD-Talksendung von Sandra Maischberger äußert sich Frauke Petry zu ihrem Entschluss, nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen. Ein anderer Studiogast fordert Martin Schulz zum Rücktritt auf.

Stuttgart/Berlin - Ungeachtet ihrer Unzufriedenheit mit dem Kurs der Partei hat Noch-AfD-Chefin Frauke Petry bei der Bundestagswahl für die Alternative für Deutschland gestimmt. „Ja, das habe ich, weil ich nach wie vor glaube, dass es dringend notwendig war, dass eine Oppositionspartei in den Bundestag einzieht und dort für eine vernünftige Kontroverse sorgt“, sagte Petry am Mittwochabend in der ARD-Talksendung „Maischberger“. Nach ihrer Einschätzung war dies auch der Grund, warum viele Bürger nicht für die großen Parteien stimmten.

Diese notwendige Kontroverse habe in den vergangenen Jahren nicht in ausreichendem Maße stattgefunden. CDU und SPD seien in vielen Punkten voneinander nicht mehr zu unterscheiden gewesen, sagte Petry.

Einen Tag nach der Abstimmung vom Sonntag hatte die direkt gewählte 42-Jährige erklärt, nicht der AfD-Fraktion im Bundestag angehören zu wollen. Kurz darauf kündigte sie auch ihren Austritt aus der Partei an. Ihren Rückzug aus der AfD begründete Petry mit der „Radikalisierung“ in der Partei. „Daher habe ich für mich nach dem Wahltag die Konsequenzen gezogen“, sagte sie zuletzt der Online-Ausgabe der „Jungen Freiheit“.

Klaus von Dohnanyi attackiert Schulz

Derweil hat Hamburgs früherer Bürgermeister Klaus von Dohnanyi SPD-Chef Martin Schulz nach dem Debakel bei der Bundestagswahl zum Rücktritt aufgerufen. Die SPD müsse erkennen, dass sie mit einem Mann wie Martin Schulz nicht in der Lage sein werde, einen Aufbruch zu organisieren, sagte der 89-Jährige am Mittwochabend in der ARD-Talksendung „Maischberger“. „Er sollte zurücktreten.“

Schulz hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag das schlechteste Ergebnis der SPD nach dem Zweiten Weltkrieg eingefahren. Von Dohnanyi, selbst SPD-Mitglied, hatte ihn bereits vor der Abstimmung kritisiert.

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