40 000 Euro für die Dachsanierung ihres Elternhauses haben Angelika, Markus und Johannes Balz von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg aus Mitteln der Glücksspirale erhalten. Foto: Natalie Kanter

Mit Flüssigkunststoff wird das Flachdach des denkmalgeschützten Schalenhauses in Leinfelden-Echterdingen wieder dicht. Dafür gab es jetzt finanzielle Unterstützung.

Die Geschwister Angelika, Johannes und Markus Balz haben am Mittwoch im Ufo-Haus von Stetten zwei Flaschen Sekt geköpft, um mit ihren Gästen anzustoßen. Die Drei lachen mit der Wintersonne um die Wette, die durch die Bullaugen-Fenster des wohl ungewöhnlichesten Wohnhaus, das die Fildern zu bieten haben, dringt. „Wir sind megahappy“, sagt Angelika Balz. Der Grund der Freude: Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg unterstützt die Sanierung des Schalenhauses mit 40 000 Euro aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale.

 

Die Geschwister kümmern sich seit dem Tod ihrer Eltern Eva und Michael Balz um den Erhalt des denkmalgeschützten Hauses – das mit seinem Kuppeldach und einer Dachterrasse, die einen einmaligen Blick über die Felder von Stetten gewährt, seines Gleichen sucht. Eva Balz und ihr Mann Michael hatten dort lange Zeit gemeinsam gewohnt, die Kinder eine schöne Kindheit verbracht. Die Geschwister wollten das fantasievolle Elternhaus, dass sich ihr Vater ausgedacht hat, nicht verkaufen. Sie haben sich dafür entschieden, es wieder so in Schuss zu bringen, dass dort weitere Mieter einziehen können. In der Einliegerwohnung lebt schon länger Herbert Treier, der sich freut, dass er weiter „in diesem tollen Haus mit fantastischer Lage“ wohnen darf.

Bevor weitere Mieter einziehen können, müssen die Geschwister allerdings viel Geld in die Hand nehmen, um das Flachdach richten lassen. Es war, anders als die Kuppel, an einigen Stellen nicht mehr dicht. Wasser war in die unteren Wohnungen eingedrungen, eingezogene Decken kamen herunter. Mit Flüssigkunststoff wird das Dach nun wieder abgedichtet. „Erste Ergebnisse sieht man schon“, sagt Angelika Balz. „Die Schäden sind zum größten Teil behoben“, sagt Johannes Balz.

„Das Haus Balz ist längst ein ikonisches Baudenkmal“, sagt Wolfgang Riehle, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg bei der Übergabe des Zuwendungsvertrags. Architekt Michael Balz habe eine organische Architektur angestrebt und im Schalenbau eine passende Ausdrucksmöglichkeit gefunden. Das Wohnhaus, das auch als Ufo-Haus bezeichnet wird, liegt direkt neben dem Theater unter den Kuppeln. Michael Balz hatte das Gebäude gemeinsam mit Heinz Isler entworfen – für sich und seine Familie. Es wurde 1979 erbaut.

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg gibt es 40 Jahren. Unter der Überschrift „Bürger retten Denkmale“ fördert die Stiftung private Initiativen und gemeinnützige Bürgeraktionen, die sich für den Erhalt von Kulturdenkmalen im Land engagieren. „Seit der Gründung haben wir 1750 Projekte mit mehr als 71 Millionen Euro unterstützt“, sagt Riehle, der auch Ehrenpräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg ist. Marc Frank, Geschäftsführer der Toto-Lotto Regionaldirektion Mitte GmbH, bezeichnete das Balz-Haus als ein „ganz besonderes“ und als ein „junges Denkmal“. Er machte darauf aufmerksam, dass seit mehr als 50 Jahren mit Erträgen der Glücksspirale Projekte aus den Bereichen Sport, Soziales, Naturschutz und Denkmalschutz gefördert werden. Davon profitierten unter anderem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg.