In diesem Jahr hat der Hobby-Archäologe Friedrich Gumbsch den Kulturpreis der Stadt Böblingen erhalten. Am Mittwoch um 19 Uhr hält er im Neuen Rathaus einen Vortrag.
Der diesjährige Kulturpreisträger der Stadt Böblingen, Friedrich Gumbsch, hat sich um die Urgeschichte Böblingens verdient gemacht und in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit eine große Sammlung an archäologischen Oberflächenfunden angelegt. Die Stadt Böblingen lädt am Mittwoch, 29. Oktober, um 19 Uhr zu einem Vortragsabend mit dem 96-jährigen Hobby-Archäologen in den Großen Sitzungssaal im Neuen Rathaus (Marktplatz 16) ein.
Friedrich Gumbsch wird von seiner Faszination für die Archäologie erzählen und Einblicke in seine Arbeit und die Böblinger Funde geben. Zur „Sammlung Gumbsch“, die an diesem Abend als Ausstellung präsentiert wird, gehört der älteste archäologische Fund, der auf Böblinger Gemarkung gemacht wurde: eine Geschossspitze aus Knochen, die vor etwa 20 000 bis 25 000 Jahren von Großwildjägern der letzten Eiszeit im Gewann „Bürklen“ verloren wurde.
Aus der Mittelsteinzeit (10 000 bis 6000 v. Chr.) stammt eine Vielzahl an sogenannten Mikrolithen – Kleinstwerkzeuge und Waffen aus Feuerstein. Aus der Jungsteinzeit (6000 bis 2000 v. Chr.) hat Friedrich Gumbsch eine große Zahl von Keramikfunden, Feuersteinwerkzeugen und Mahlsteinen zusammengetragen. Die Keramikscheiben gehören zu Gefäßen, die zur sogenannten Linearbandkeramik zählen.
Bei der linearbandkeramischen Kultur handelt es sich um die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit mit permanenten Siedlungen in Mitteleuropa. Der Zuzug von Bandkeramikern und damit ein erstes Sesshaftwerden auf heutiger Böblinger Gemarkung ist mit den Funden, die Friedrich Gumbsch im Gewann „Bürklen“ machen konnte, nachgewiesen.
Die Stadt Böblingen weist darauf hin, dass der Große Sitzungssaal im Neuen Rathaus abends nur über den ebenerdigen Eingang vom Marktplatz (Ebene 0) sowie aus der Tiefgarage Marktplatz, Ebene U2, Einfahrt über Pfarrgasse, erreichbar ist.