Immer schön durchatmen – das gelingt im Büro vielen Beschäftigten nicht. Foto: dpa

Der Arbeitszeitreport 2016 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gewährt besorgniserregende Einsichten. Er dokumentiert den Arbeitsdruck, der vielen Beschäftigten zunehmend zu schaffen macht – insbesondere im öffentlichen Dienst.

Stuttgart - Flexible Zeiten, Überstunden und Arbeitsverdichtung setzen die Beschäftigten zunehmend unter Druck. Höhere Arbeitszeitanforderungen haben oft einen Verlust an Work-Life-Balance zur Folge. Schon ab zwei Überstunden werden häufiger Gesundheitsbeschwerden genannt. Insgesamt klagt mehr als jeder zweite Beschäftigte unter Müdigkeit und Erschöpfung oder Rückenschmerzen. Diese Erkenntnisse hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, eine Forschungseinrichtung des Bundessozialministeriums, aus Interviews mit 20 000 Erwerbstätigen für den Arbeitszeitreport 2016 gewonnen.

Fast jeder Zweite möchte die Arbeitszeit reduzieren

Demnach arbeiten abhängig Vollzeitbeschäftigte mit durchschnittlich 43,5 Wochenstunden knapp fünf Stunden länger als vertraglich vereinbart. Vier von zehn Beschäftigten möchten weiterhin genauso viel arbeiten wie zurzeit; fast die Hälfte möchte jedoch ihre Arbeitszeit reduzieren. Ebenso vier von zehn Mitarbeitern haben selbst großen Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und diese beenden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstreicht, dass die Belastungen im öffentlichen Dienst entgegen den Vorurteilen oft stärker sind als in Industrie, Handwerk und Dienstleistungssektor. So ist der Anteil derer mit Überstunden von mehr als zehn Stunden pro Woche höher. Umgekehrt haben dessen Beschäftigten am wenigsten Einfluss auf den Zeitpunkt ihres Urlaubs und der Pausen. Arbeit auf Abruf ist in Handwerk und Dienstleistungen am ehesten zu finden.

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