Seite 2Arbeitswelt 4.0 Neue Herausforderung: Die digitale Revolution

Von Claudia Treml 

Nach seiner Erfahrung kommt der Unternehmenskultur eine Schlüsselrolle im digitalen Wandel zu. Denn erst die passende Kultur ermögliche es, mittels agiler Arbeitsmethoden, wie z.B. Scrum, konsequent sämtliche Produkte, Dienstleistungen und Prozesse in der neuen digitalen Welt auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten.

„Viele Manager glauben, dass allein schon mit der Beauftragung eines Beraters und der Top-Down Durchführung von Digitalisierungsprojekten die Herausforderung zu lösen wäre“, so Grundmann. „Dies ist auch durchaus nachvollziehbar, denn in den vergangenen Jahrzehnten konnten so sehr viele Themen in Unternehmen recht erfolgreich umgesetzt werden.

Mit der digitalen Revolution stehen viele Unternehmen jedoch vor gänzlich neuen Herausforderungen: Es reicht nicht mehr aus, nur Verhaltensweisen anzupassen, sondern jetzt bedarf es einer grundlegenden Weiterentwicklung der inneren Haltung von nahezu allen Menschen im Unternehmen. Bei dem in letzter Zeit so oft in der Presse und in der Fachliteratur genannten Begriff der „Agilität“ geht es insbesondere darum, dass sowohl jeder Mensch für sich als auch ganze Teams gemeinsam ihre bewussten und unbewussten Verhaltensweise – Stichwort: Autopilot – hinterfragen und gegebenenfalls anpassen.“

Weiterentwicklung in die richtige Richtung

Als Beispiel nennt er hier die schrittweise Entwicklung von mehr Selbstorganisation in ehemals stark hierarchisch geführten Unternehmen. Viele Führungskräfte senden hier oft unbewusst die Botschaft an die Teammitglieder: Entscheidet selbst – und so wie ich es gerne hätte. So kann Selbstorganisation jedoch nicht funktionieren, da die Teammitglieder sehr schnell merken, dass sie nicht wirklich selbstständig Entscheidungen fällen dürfen.

Innovative Coaching-Methoden, wie beispielsweise das von Jurgen Appelo entwickelte „Delegation Poker“, ermöglichen es hier auch eher „sachorientierten“ Führungskräften in einem konstruktiven Umfeld ihr Führungsverhalten zu reflektieren und sich beim „Loslassen“ schrittweise weiterzuentwickeln. „Dies kann ein ganz wichtiger Schritt auf der erfolgreichen Reise in die neue digitale Welt sein“, bestätigt Grundmann.

„Meine persönliche Mission als zertifizierter Coach ist es hier, Menschen einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren mit Mut und Zuversicht ihre Haltung zu hinterfragen und in eine für sie passende Richtung weiterzuentwickeln.“

Agile Arbeitsmethoden setzen Kräfte frei

Als Dozent ermöglicht er es Studierenden und Seminarteilnehmern die Kraft und Effektivität agiler Arbeitsmethoden selber zu erleben. Im Projekt „Agile live! Wir bauen eine Stadt“ haben beispielsweise die Teilnehmer die Gelegenheit, selber Teil eines interdisziplinären und selbstorganisierten Teams zu sein. Schritt für Schritt erwacht die Stadt zum Leben.

Das Team erlebt live, wie vertrauensvolle und höchst effektive Teamarbeit gelingen kann. Doch das ist längst nicht alles. Um möglichst viele Menschen für die gemeinsame Reise in die digitale Zukunft zu gewinnen, haben in seinen Vorlesungen und Seminaren die Menschen die Chance, eine dreiminütige Sprungbrett-Rede individuell zu entwickeln und vorzutragen. Ein gutes Training für reale Berufssituationen. Der Transfer von eigenen positiven Erfahrungen und Aha-Effekten in den persönlichen Berufsalltag und die Teamarbeit fällt hierdurch viel leichter, sagen die Teilnehmer. Und es setze bei vielen Menschen im Unternehmen neue Kräfte frei. Damit der Weg in die digitale Zukunft gelingt.