Betriebsratschef Geisel geht von einem Abbau von insgesamt 3300 Stellen aus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

2600 Stellen sollen bei Bosch-Werken in Baden-Württemberg gestrichen werden. Aber dabei werde es bei dem Autozulieferer nicht bleiben, heißt es vom Betriebsrat des Autozulieferers. Bosch selbst schweigt dazu.

Stuttgart - Der Autozulieferer Bosch will nach Angaben des Betriebsrats noch an weiteren Standorten Stellen streichen. Insgesamt gehe es nach aktuellem Stand um 3300 Stellen im Automobilbereich in den kommenden zwei Jahren, sagte Gesamtbetriebsratschef Hartwig Geisel am Mittwoch in Stuttgart. Bosch hatte bisher nach und nach den Abbau von insgesamt 2840 Stellen an drei Standorten in Baden-Württemberg (1000 Stellen in Schwäbisch Gmünd und 1600 Stellen in Feuerbach und Schwieberdingen) in sowie einem in Bremen angekündigt. Die neue Zahl bestätigte das Unternehmen nicht.

Betriebsrat: Bosch will auch Führungskräfte einsparen

Geisel sagte, Bosch fahre derzeit in Deutschland einen harten Sparkurs und riskiere eine Spaltung der Belegschaft. In den vergangenen zwei Jahren seien bereits 2500 Stellen abgebaut worden. Die 3300, darunter die schon bekannten, kämen nun hinzu. Bosch wolle zudem jede fünfte Führungskraft im Bereich der Verbrenner-Technik einsparen und die Zahl der 40-Stunden-Verträge deutlich reduzieren.

„Wir selber haben auch keinen Überblick. Das Unternehmen gibt uns das scheibchenweise bekannt“, kritisierte Geisel. Die Zahl 3300 habe eine aktuelle Abfrage bei den Betriebsräten der deutschen Standorte ergeben. Er befürchte, dass man in den kommenden Monaten noch mit weiteren Zahlen konfrontiert werde, sagte der Gesamtbetriebsratschef.

Ein Bosch-Sprecher sagte, man führe derzeit an diversen Standorten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, wie man mit der Transformation in der Autoindustrie umgehen könne. Er verwies auf Bamberg, wo vergangene Woche eine Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt worden war.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: