Es sei ein gutes Zeichen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit abflache, sagt Agenturchefin Christine Käferle. Foto: /Gottfried Stoppel

Die Arbeitslosenquote im Kreis steigt auf 4,4 Prozent. Knapp 11 000 Menschen sind ohne Job – ein Anstieg um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Arbeitsmarkt - Die Zahl der Arbeitslosen im Rems-Murr-Kreis ist im Vergleich zum Vormonat um 771 auf 10 784 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöht sich um 0,2 auf 4,4 Prozent – also nicht ganz so stark wie im Vormonat April. Landesweit liegt sie bei 4,3 Prozent.

Kein Zeichen der endgültigen Erholung

„Von einer Erholung kann ich definitiv nicht sprechen, aber es ist ein gutes Zeichen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit abflacht“, sagt Christine Käferle, die Leiterin der Agentur für Arbeit Waiblingen, zu der Entwicklung des Arbeitsmarktes im Rems-Murr-Kreis. Im April war laut dem Monatsbericht der Agentur die Zahl an arbeitslosen Menschen noch um mehr als 1600 hochgegangen, im Mai stieg sie nur um knapp 800 an. Auch die Zugänge, vornehmlich Menschen, die eine Kündigung erhalten haben oder deren Befristung ausgelaufen ist, sind in den letzten vier Wochen um etwa ein Drittel zurückgegangen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind im Mai dieses Jahres 3701 Menschen mehr arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Die Arbeitslosenquote hat sich in den vergangenen zwölf Monaten um 1,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent erhöht. „Es gab schon vor Corona eine konjunkturelle Eintrübung, die sich durch den Shutdown verstärkt hat“ erläutert Käferle die Entwicklung.

Weiterer Anstieg bei Kurzarbeit

Besonders viele Arbeitslosmeldungen gab es aus dem Gastgewerbe und der Branche der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, also in der Regel Arbeitnehmerüberlassung, Handel, Instandhaltung und der Reparatur von Fahrzeugen Seit März sind bei der Waiblinger Arbeitsagentur auch 4420 Anzeigen für Kurzarbeit eingegangen und geprüft worden, 344 im Mai. Die Anzahl der Beschäftigten, die voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liegt bei etwa 60 000.

Im Mai wurden 478 freie Stellen gemeldet, 162 mehr als im April. Der Bestand liegt bei 2277 Stellen, das sind etwa 28 Prozent weniger als im Mai 2019.

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