Christine Käferle tritt Jochen Kurz’ Nachfolge an. Foto: Gottfried Stoppel

Jürgen Kurz war seit sechs Jahren Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Waiblingen. Nun ist der gebürtige Heidelberger in den Ruhestand verabschiedet worden. Christine Käferle tritt seine Nachfolge an.

Waiblingen - Es gibt Menschen, die brennen für ihren Beruf. Jürgen Kurz ist so einer. Noch mehr hat den scheidenden Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Waiblingen in seinem langen Berufsleben das Wohl und Wehe seiner Kunden interessiert: Menschen, die auf der Suche nach Arbeit sind. Angefangen hat der 64-Jährige seine Karriere im Jahr 1977 selbst mit einem Besuch im Arbeitsamt Mannheim. „Ich wollte eigentlich nur eine Beratung, was ich mit meinem Magisterstudium anfangen kann. Jetzt, 42 Jahre später, verlasse ich die Agentur für Arbeit“, sagte er anlässlich seiner Verabschiedung am Dienstagabend in Waiblingen.

Ein zuverlässlicher Partner während der Flüchtlingskrise

Allein die Anzahl der Gäste, die dazu gekommen waren, zeigte wie sehr Jürgen Kurz in den vergangen sechs Jahren im Rems-Murr-Kreis durch seine Kompetenz, aber auch durch seine Menschlichkeit geschätzt wurde. So war nicht nur der amtierende Landrat Richard Sigel gekommen, sondern auch dessen Vorgänger Johannes Fuchs, die Oberbürgermeister Waiblingens, Schorndorfs, Winnendens und Backnangs, mehrere Landtagsabgeordnete und natürlich Vertreter der Wirtschaft des Kreises sowie Netzwerker, die mit der Integration von Menschen nicht nur in die Arbeitswelt, sondern in die Gesellschaft beschäftigt sind. Seit dem Jahr 2015 haben Kurz und seine Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit maßgeblich mitgeholfen.

Bei nur rund drei Prozent Arbeitslosenquote im Rems-Murr-Kreis stelle sich die Frage, was einer wie er überhaupt hier zu tun habe, sagte Kurz. Doch auch in einem Gebiet, in dem nahezu Vollbeschäftigung herrscht, sei eine Arbeitsagentur notwendig. „Wir haben auch hier Langzeitarbeitslose, die viel Zeit und Betreuung brauchen“, so Kurz.

Dass er sich für diese eingesetzt hat, wurde von mehreren Rednern bestätigt. Unter anderem von Richard Sigel, der seine Rede nach Kurz’ Geburtsstadt Heidelberg strukturierte, in welcher der Landrat studiert hat und an die er sich offenkundig gern zurückerinnert. „Mit Heidelberg haben wir noch eine Gemeinsamkeit“, sagte der Landrat, der an die enge Zusammenarbeit mit Kurz während der Flüchtlingskrise vor vier Jahren erinnerte. „Sie haben die Agentur nachhaltig geprägt.“

Seine Mitarbeiter werden Kurz im Ruhestand fehlen

„Auch auf ruhiger See ist ein Schiff schon gekentert“, sagte Dominik Gaugler, der Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbunds im Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit angesichts der niedrigen Arbeitslosenzahl. Die Arbeit von Kurz und seinen Mitarbeitern sei nicht unterschätzen. Dessen Langmut mit den viele Fragen aus dem Ausschuss stellte Gaugler ausdrücklich heraus. „Das war nicht aus Bosheit, sondern weil wir wirklich auf Ihr Wissen zurückgreifen wollten.“

Auf die Zusammenarbeit mit Christine Käferle, welche nun die Nachfolge von Jürgen Kurz antritt, freue er sich. „Wir waren bisher in den Sitzungen schon ein arger Herrenclub. Sie werden uns sicher gut tun.“

Kurz verabschiedete sich auf seine herzliche Weise mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Meinen Mitarbeiter sage ich danke, ich werde Sie vermissen. Zum guten Schluss: Ade!“

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