Die Agentur für Arbeit in Stuttgart konzentriert sich auf den Bereich Kurzarbeit. Foto: dpa/Uwe Anspach

In vielen Firmen ruht der Betrieb schon, andere planen, die Tätigkeiten herunterzufahren – das sind die Folgen der Corona-Krise. Ein Ausweg ist Kurzarbeit für die Beschäftigten. Jetzt zieht die Agentur für Arbeit in Stuttgart eine erste Bilanz.

Stuttgart - Kaum eine Behörde ist derzeit so begehrt wie die Arbeitsagentur. Im März sind allein gut 5000 Anträge auf Kurzarbeit eingegangen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2019 gab es bei der Agentur für Arbeit in Stuttgart, die für die Landeshauptstadt und den Kreis Böblingen zuständig ist, 125 Anzeigen. Über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter und den Umfang der Kurzarbeit könne aber noch keine Aussage getroffen werden, sagt Pressesprecherin Doris Reif-Woelki. Hinter einer Anzeige könne ein Betrieb mit fünf oder mehreren Tausend Mitarbeitern stehen. Erst in einigen Monaten sei klar, wie hoch die Summe des ausgezahlten Kurzarbeitergelds ist.

Rat der Arbeitsagentur

Die Agentur empfiehlt allen Arbeitgebern, Kurzarbeit, die jederzeit beendet werden könne, für einen längeren Zeitraum anzuzeigen. Dadurch würden Mehrfachanzeigen in kurzer Folge vermieden und die Agentur-Beschäftigten könnten sich auf die schnelle Bearbeitung konzen­trieren. „Unsere Prioritäten liegen auf der Auszahlung der Geldleistungen Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stützen aktuell diese Bereiche“, betont Susanne Koch, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit. Bis vor zwei Wochen bestand die Kurzarbeit-Abteilung noch aus einer Handvoll Mitarbeiter, jetzt seien alle verfügbaren Kräfte dafür und für die stark nachgefragte Telefonberatung eingesetzt, so Doris Reif-Woelki. Dabei komme es von 9 bis 15 Uhr zur Spitzenbelastung, die Hotline sei aber schon von 8 Uhr an und bis 18 Uhr erreichbar. Und in den Randzeiten gebe es noch freie Kapazitäten. Wer nicht durchkomme, solle eine Nachricht hinterlassen. Man versuche dann, rasch zurückzurufen.

Telefon-Hotline ausgeweitet

Mehrere Anrufer hatten unserer Zeitung gesagt, dass Rückrufe einige Tage dauerten und gestresste Agenturbeschäftigte von totaler Überlastung und ungewissen Bearbeitungszeiten sprechen würden. „Unsere Hotline ist zu mehr als 90 Prozent erreichbar“, betont Reif-Woelki. Auch Koch sagt: „Wir haben unsere telefonische Erreichbarkeit deutlich ausgeweitet, ebenso die Kapazität zur Nutzung unserer E-Services.“ Es gehe nicht nur um Kurzarbeit. „Wo sie nicht ausreicht und Arbeitsplätze verloren gehen, sorgen wir für die soziale Absicherung durch Arbeitslosengeld und Grundsicherung.“

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