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In diesem Sommer gibt es viele Ferienjobs, doch frühes Bewerben zahlt sich aus. Im Stuttgarter Norden suchen nur wenige Großbetriebe für die Urlaubszeit noch Hilfskräfte.

Stuttgarter Norden - Bald beginnen in Baden-Württemberg die großen Ferien. Was für viele Menschen Urlaub und Erholung bedeutet, nutzen andere, um Geld zu verdienen: Zahlreiche Schüler und Studenten werden in den kommenden Wochen versuchen, einen Ferienjob zu ergattern. Im Stuttgarter Norden allerdings ist das Angebot überschaubar.

In diesem Sommer gilt: Wer suchet, der findet

„In diesem Sommer gibt es viele Ferienjobs“, sagt Doris Reif-Woelki von der Agentur für Arbeit. 2015 sei wirtschaftlich gesehen das dritte gute Jahr in Folge. Die Agentur schreibe vor den Sommerferien alle Betriebe in Stuttgart (und auch im Landkreis Böblingen, da die Agentur dafür ebenfalls zuständig ist) an, die mehr als zehn Mitarbeiter hätten. Die Rückmeldungen seien sehr gut, momentan gebe es täglich mehrere Anfragen von Firmen. Bewerber hingegen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ wenig verzeichnen. Dies liege vor allem an den Studenten, deren Ferien erst Mitte Juli begännen und die sich erfahrungsgemäß erst Anfang Juli um Ferienjobs kümmern. „Wer etwas sucht, der wird in diesem Sommer auch etwas finden“, sagt Reif-Woelki. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen der Agentur für Arbeit rund 300 Angebote vor – und zwar aus nahezu allen Branchen. Rund 50 Prozent davon entfallen auf den gewerblichen Bereich, doch auch in Gastronomie und Einzelhandel gebe es zahlreiche Stellen. Auch beim Ferienjob, das betont Reif-Woelki, gelte der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Es gibt immer mehr Nachfragende als Jobangebot

Ein großer Arbeitgeber für Ferienjobber im Stuttgarter Norden ist die Firma Bosch in Feuerbach. „Wir bieten Schülern und Studierenden zeitlich befristet einfache Tätigkeiten überwiegend in der Fertigung und Verwaltung während der Ferienzeit an“, sagt Bosch-Pressesprecher Sven Kahn. Das Mindestalter liege bei 18 Jahren. Der Mindestlohn sei gesetzlich vorgegeben, darüber hinaus orientiere sich die Vergütung an den betrieblichen Regelungen am jeweiligen Standort. Über die genaue Zahl der Jobs könne er allerdings keine Angaben machen, denn eine zentrale Erhebung gebe es nicht: „Die Kapazitäten für Ferienjobs im Bundesgebiet legen die einzelnen Bosch-Standorte individuell fest, so dass wir keine Gesamtzahl erheben. Die Ferienjobs veröffentlichen wir regelmäßig im Internet. Deshalb gibt es auch keine klassischen Bewerbungsfristen, da die Ausschreibungen nach Bedarf online erfolgen“, sagt er. Fest stehe allerdings, dass die Nachfrage in jedem Jahr höher sei als die Job-Möglichkeiten. „Viele lassen sich daher für das Folgejahr schon vormerken und die ganz Interessierten beginnen sehr frühzeitig, sich auf offene Stellen zu bewerben“, sagt der Bosch-Sprecher.

Die Lage der Ferienjobs in Zuffenhausen:

Auch wer bei Porsche in Zuffenhausen nach einer Arbeit sucht, kann das über das Internet machen. Allerdings finden sich hier keine Ferienjobs, Die Sportwagenschmiede hat nämlich vom 3. bis zum 21. August Betriebsferien. Deshalb, so Unternehmenssprecher Eberhard Scholl, sei der Bedarf an Ferienjobbern überschaubar und es werde auch extern nicht gesucht.

„Tut uns leid. Wir werden in diesem Sommer aller Voraussicht nach keine Ferienjobber einstellen“, sagt Kathrin Lermann, die Pressesprecherin der Firma Sika in Stammheim. Man sei auch ohne Aushilfskräfte gut aufgestellt. Ähnlich sieht es bei der Firma ZEG in Zuffenhausen aus. Zwar habe man in den vergangenen Jahren hin und wieder Ferienarbeitskräfte eingestellt, in diesem Sommer brauche man jedoch keine.

Die Lage der Ferienjobs in Weilimdorf:

Bei Siemens in Weilimdorf werden grundsätzlich keine Ferienarbeiter eingestellt. „Wir sind eine reine Vertriebs- und Serviceniederlassung und haben hier keine Produktion“, sagt die Pressesprecherin Evelyn Necker. Die anfallenden Tätigkeiten eigneten sich nicht für Ferienjobber, weil man die Leute nicht in ein, zwei Tagen einarbeiten könne. Auch das Weilimdorfer Unternehmen Bauder beschäftigt keine Ferienarbeiter. „Im gewerblichen Bereich sind die Anforderungen zu spezifisch und die Anlernzeit damit zu lang“, sagt Pressesprecher Wolfgang Holfelder, und im kaufmännischen Bereich setze man stark auf Auszubildende.

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