Am 1. April darf man seine Mitmenschen in den April schicken – aber bitte, in Zeiten von Corona, geschmackvoll. Foto: dpa/Jens Kalaene

Überhaupt nicht lustig: Aprilscherze über das Coronavirus. Die Stadt Erfurt versucht’s trotzdem – und fällt auf die Nase.

Stuttgart - Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, doch das Bundesgesundheitsministerium wollte offenbar sichergehen: „Corona ist kein Scherz“, twitterte das Ressort von Minister Jens Spahn am Dienstag. „In der derzeitigen Situation bitten wir Sie darum, am 1. April diesen Jahres auf erfundene Geschichten zu der Coronavirus-Thematik zu verzichten.“

Die Behörden tun sich auch an anderen Tagen schon sehr schwer damit, die unzähligen Falschmeldungen, die im Netz rund um das Coronavirus verbreitet werden, zu entkräften.

Die Stadt Erfurt versuchte es damit: Das Standesamt untersage ab sofort jungen Eltern, ihre Töchter Carola oder Corina zu nennen - wegen der lautmalerischen Nähe zum Coronavirus. Wer so heiße, müsse sich umbenennen. Sogar Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) wird in der „Pressemitteilung“ zitiert: „Der Pandemiestab hat eine Liste mit tollen Namensvorschlägen für die Frauen erstellt. Inge wäre doch eine gute Alternative oder Gudrun. Auch Else ist schick. Und in der Menschheitsgeschichte hießen so noch nie Viren.“

Lustig findet das nicht jeder, wie ein Blick in die sozialen Netzwerke offenbart:

Mehrere Staaten stellen Aprilscherze über die Corona-Pandemie sogar unter Strafe. Thailand verweist auf Gesetze, die bis zu fünf Jahre Gefängnis vorsehen. Es sei gegen das Gesetz, am 1. April vorzutäuschen, dass man Covid-19 habe, warnte die Regierung am Dienstag auf Twitter. Menschen auf der ganzen Welt litten unter dem Ausbruch der Krankheit. Das sei Grund genug, solche Scherze zu unterlassen. Thailand hat ein Gesetz, nach dem das Verbreiten von Fake News mit Gefängnis- und Geldstrafen geahndet werden kann.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing Wen spricht auf Facebook von bis zu drei Jahren Gefängnis für einen Corona-Aprilscherz.

Hier sind Aprilscherz-Klassiker – garantiert Corona-frei

Der Internetkonzern Google hat bereits seine traditionellen Scherze für dieses Jahr komplett abgesagt.

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