Der frühere Formel-1-Manager Willi Weber richtet im Gespräch mit unserer Redaktion einen klaren Appell an die Politik und berichtet über weitere Einzelheiten des Überfalls.
Der Angriff in seiner eigentlich stark gesicherten Villa habe ihn tief getroffen, berichtet Weber. „Es kann nicht sein, dass man in seinem eigenen Haus nicht mehr sicher ist“, sagt der 83-Jährige am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Der ehemalige Motorsport-Manager war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Stuttgarter Villa Opfer eines bewaffneten Überfalls geworden und hält sich derzeit in Frankfurt auf, um sich vom Schock zu erholen.
Die drei bisher unbekannten Täter hätten ihn mit einer Pistole und Messern bedroht. Als er den Code für einen Safe nicht nennen wollte, seien sie gewalttätig geworden und hätten ihn mit der Faust geschlagen, sodass er nun ein blaues Auge hat.
„Die Täter waren bestens informiert über die Villa“
Weber geht davon aus, dass die Täter bestens vorbereitet waren und zuvor Informationen über ihn eingeholt hatten. Sie hätten offenbar genau gewusst, wie man – und über welche Personen – Zugang zur Villa erhält. Während des Überfalls hätten sie kaum gesprochen. Das wenige, das er hörte, habe ausländisch geklungen, vielleicht „ein wenig französisch“. Ob dieser Eindruck zutrifft, müssten die Ermittler nun prüfen. Er selbst habe jedenfalls keinen der Täter erkannt.
Nach Webers Schilderung entwendete das Trio Schmuck, Bargeld und Uhren im Wert von rund einer Million Euro – so seine persönliche Schätzung. Zusätzlich hätten sie seinen Personalausweis, den Behindertenausweis, sowie einen Aktenkoffer mit Unterlagen für bevorstehende Geschäfte mitgenommen. Auch Gürtel mit wertvollen Schnallen seien verschwunden.
Weber erklärte, er habe der Polizei rund 50 Personen genannt, die seiner Ansicht nach überprüft werden sollten. Konkrete Hinweise auf die Täter lägen bisher nicht vor.
Weber fordert bessere Unterstützung der Polizeiarbeit
Auf die Frage, ob der Vorfall den Wert seiner Villa beim möglichen Verkauf beeinträchtigen könnte, reagiert Weber deutlich: „Das ist mir scheißegal.“ Ihm gehe es nun darum, das Erlebte zu verarbeiten. Er erwäge, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Was ihm passiert ist, müsse die Politik nun zum raschen Handeln bringen. Man müsse etwa die Polizeiarbeit mit besseren finanziellen Mitteln unterstützen und dafür sorgen, dass Banden in Deutschland wirksam bekämpft werden könnten.