Um die sechs Euro kostet eine Einweg-E-Zigarette. Bei Schülerinnen und Schülern wird das Produkt offenbar immer beliebter. Landtagspräsidentin Muhterem Aras beklagt „eine Epidemie auf den Schulhöfen.“
Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras dringt auf ein schnelles Aus von Einweg-E-Zigaretten, auch Einweg-Vapes genannt. In einem Brief an die Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Ekin Deligöz (Grüne), forderte sie jetzt: „Einweg-E-Zigaretten sollten so schnell wie möglich vom Markt kommen.“ Bereits im Januar hatte Baden-Württembergs Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha (ebenfalls Grüne) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ein Verbot dieser Zigaretten gefordert.
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Zur Begründung verwies Aras auf die offenbar starke Nachfrage nach den Einweg-E-Zigaretten unter Schülerinnen und Schülern: „Wir haben es mit einer Epidemie der Einweg-Vapes auf den Schulhöfen zu tun. Das bereitet mir große Sorgen.“ Die Entwicklung mache die guten Erfolge jahrzehntelanger Präventionsarbeit zunichte, schrieb die Grünen-Politikerin. Das an Tankstellen, in Kiosken oder im Internet einfach erhältlich Produkt richte sich in Marketing, Geschmack und Design klar an junge Menschen.
„Eine Katastrophe für die Umwelt“
Aras verwies auf das hohe Abhängigkeitspotential der Zigaretten: „In einer Einweg-E-Zigarette steckt oft so viel Nikotin wie in einer ganzen Schachtel Zigaretten.“ Zum Gesundheitsrisiko komme das Problem der Umweltverschmutzung hinzu. Anders als E-Zigaretten seien die Einweg-Produkte nach einmaligem Gebrauch Elektroschrott. Das Lithium, das in den Batterien stecke, werde nicht recycelt. „Das ist eine Katastrophe für die Umwelt und eine Ressourcenverschwendung, die wir uns nicht leisten können.“
Aras warnt davor, das Thema „auszusitzen“
Aras erinnerte daran, dass das Europäische Parlament demnächst eine neue Batterieverordnung beschließen will. Diese sehe vor, dass Batterien bei tragbaren Geräten austauschbar sein müssen. Darunter würden auch die Einweg-E-Zigaretten fallen. Damit wäre das Aus von Einweg-E-Zigaretten in ihrer jetzigen Beschaffenheit besiegelt. Die Verordnung soll den Herstellern allerdings Zeit bis Ende 2026 geben. Für Aras ein Unding: „Wir können es uns nicht erlauben können, das Problem solange auszusitzen.“ Es sei nur schwer vermittelbar, warum die EU Plastikstrohhalme verbiete, während Einweg-Vapes noch über tausend Tage überall auf der Ladentheke stehen, schrieb sie an ihre Parteifreundin.