Die Luca-App soll Kontaktnachverfolgung vereinfachen. Foto: picture alliance/dpa/Christoph Dernbach

Stuttgart will in einem Modellversuch auf die Luca-App setzen. Künftig soll das Gesundheitsamt auf die Daten zugreifen können.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart baut wie bereits andere Kommunen in Baden-Württemberg auf die sogenannte Luca-App zur Kontaktnachverfolgung. „Wir setzen darauf, schneller zu werden als das Virus. Verlangsamen, wie etwa durch einen Dauer-Lockdown, ist nicht unsere Perspektive“, sagte Oberbürgermeister Frank Nopper unserer Zeitung. „Wir wollen beherzt alle Möglichkeiten nutzen, die sich uns bieten. Diese App kann zum Türöffner für Handel und Kulturbetriebe werden.“ Der Verwaltungsstab habe heute entschieden, dass das Gesundheitsamt künftig auf Daten aus der App zurückgreifen wird. Details sollen im Laufe der kommenden Woche bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Die Luca-App ist ein digitales Werkzeug, um Kontakte nach einer Corona-Infektion nachzuverfolgen, das unter anderem von Fanta-4-Musiker Smudo mitentwickelt wurde. Mit der Luca-App können sich Besucher eines Cafés, eines Restaurants, einer Kulturveranstaltung, aber auch eines Fußballspiels oder eines ähnlichen Events einchecken und für den Fall einer Corona-Warnung ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Der Vorteil der App: Besucher können sich nicht nur mit Hilfe eines QR-Codes auf dem Smartphone einchecken. Es gibt auch Lösungen für Menschen, die ohne Smartphone unterwegs sind. Die Veranstalter können die Daten dann unter anderem händisch über ein Kontaktformular aufnehmen und sie verschlüsselt abspeichern. „Die App vom IT-Startup neXenio und dem Hasso-Plattner-Institut hat uns voll überzeugt“, sagte der Erste Bürgermeister Fabian Mayer.

Bundesweite Lösung noch offen

Ob die App auch landesweit zum Einsatz kommt, ist noch unklar. Die Regierungschefs der Länder haben sich noch nicht auf eine einheitliche Lösung verständigt. Mecklenburg-Vorpommern war diese Woche vorgeprescht und hatte eine Lizenz erworben. In Baden-Württemberg testen bereits drei Kommunen die Luca-App. Der Landesdatenschutzbeauftragte Brink gab bereits grünes Licht für die App, sie erfülle die hohen Datenschutzstandards.

In Stuttgart müssen noch letzte technische Hürden aus dem Weg geräumt werden. Denn das Stuttgarter Gesundheitsamt verfügt nach Angaben eines Sprechers noch nicht über die zentrale Kontaktnachverfolgungssoftware Sormas. Die Übermittlung der Daten aus der App sei aber nach Angaben der Entwickler kein Problem, man werde Mittel und Wege finden, so der Sprecher.

Neben Kunst und Kultur hofft auch der Handel auf weitere Öffnungen mit Hilfe der Luca-App. Der Handelsverband (HDE) hatte sich diese Woche für eine bundesweit einheitliche Lösung zur Kontaktnachverfolgung ausgesprochen, wie beispielsweise die sogenannte Luca-App und appelliert an die Kunden, die digitalen Möglichkeiten auch zu nutzen.

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