Die Menschen im Landkreis Ludwigsburg waren im vergangenen Jahr seltener krank als 2024. Foto: dpa-tmn

Der Krankenstand im Landkreis sank im vergangenen Jahr leicht – und liegt weiterhin deutlich unter dem Bundesschnitt. Es gibt aber eine Auffälligkeit.

Von wegen häufiges Krankmachen: Die Menschen in Deutschland waren im vergangenen Jahr seltener krank als noch 2024 – und im Landkreis Ludwigsburg nochmal seltener als im Rest der Republik. Das hat eine repräsentative Auswertung der AOK-Krankenkasse ergeben.

 

Demnach ist der Krankenstand im Kreis von 6 auf 5,9 Prozent gesunken. Der Krankenstand gibt an, an wie vielen Tagen die Versicherten in einem Kalenderjahr prozentual gesehen krank waren. Zum Vergleich: In ganz Deutschland lag der Wert im vergangenen Jahr trotz eines Rückgangs bei 6,4 Prozent.

Langzeiterkrankungen machen Großteil der Fehltage aus

Insgesamt brachten es die Versicherten im Kreis auf durchschnittlich 21,6 Arbeitsunfähigkeitstage – ein Rückgang um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf AOK-Versicherte und sind daher nicht direkt mit bundesweiten Durchschnittswerten aller Beschäftigten vergleichbar.

Am häufigsten sind nach der AOK-Auswertung Versicherte im Bereich der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung krank, am seltensten in der Land- und Forstwirtschaft.

Auffällig ist bei der Auswertung, dass Langzeiterkrankungen, die mehr als sechs Wochen anhalten, über ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage ausmachten. „Hier lohnt es sich für Unternehmen, mit gezielten Maßnahmen gegenzusteuern, um die krankheitsbedingten Fehlzeiten effektiv zu senken“, erklärt Alexander Schmid, Geschäftsführer der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt immer wieder den hohen Krankenstand im Land beklagt und die Menschen dazu aufgefordert, mehr zu arbeiten. Das brachte ihm breite Kritik von verschiedenen Seiten ein.