Rund um den Frankfurter Flughafen sind viele Bereiche mit Bewohnerparken ausgewiesen worden. Jedoch ist die Umgebung weniger ländlich als in Stuttgart. Foto: dpa

Das Parken direkt am Flughafen ist immer teuer. Nicht nur rund um den Stuttgarter Flughafen weichen Reisende deshalb mit ihren Autos in nahe gelegene Wohngebiete aus. Wie gehen andere Städte mit den sogenannten Mallorca-Parkern um?

Filder - Parken am Flughafen ist teuer – in allen Städten, auch in Stuttgart. Zwar wirbt die Firma Apcoa, die die Parkhäuser am Stuttgarter Flughafen betreibt, mit Gebühren von 42 Euro pro Woche – doch für dieses Angebot muss man früh dran sein und online buchen, außerdem sind diese Plätze im Freien weit vom Terminal entfernt. In den terminalnahen Parkhäusern bezahlt man für eine Woche bis zu 300 Euro. Um sich dieses Geld zu sparen, weichen immer mehr Urlauber auf die umliegenden Wohngebiete aus und fahren von dort mit Bus, Bahn oder Taxi zum Flughafen.

In L.-E. wurde kürzlich Anwohnerparken eingeführt

Nicht erfreut über diese Entwicklung sind freilich die Anwohner: Sie fühlen sich im Stich gelassen und haben immer größere Not, bei sich Parkplätze zu finden. Außerdem fürchten sie, dass das Parkproblem künftig noch weiter wachsen könnte: Sobald die Stadtbahnlinie U 6 bis zum Flughafen verkehrt, wird es für Auswärtige voraussichtlich noch attraktiver, in Möhringen oder auf dem Fasanenhof zu parken und die restliche Strecke zum Flughafen mit der Bahn zurückzulegen. Dasselbe gilt für Plieningen, sobald die Buslinie 65 wieder zum Airport fährt. Zudem soll die Uni Hohenheim im kommenden Jahr ein Parkraummanagement bekommen. Voraussichtlich wird sich der Parkdruck dann weiter erhöhen.

Aus diesem Grund wird der Wunsch nach einem Parkraummanagement auf den Fildern immer lauter, also dass nur noch Anwohner mit Parkausweis kostenfrei an der Straße parken dürfen. Alle anderen sollen bezahlen. In Leinfelden-Echterdingen wurde eine solche Regelung kürzlich eingeführt. Und auch in anderen Städten, die nahe an Flughäfen liegen, gibt es entsprechende Regelungen – das zeigt der Blick in andere Kommunen.

In Zürich gibt es die blaue Zone, mit der Fluggäste fern gehalten werden

Ähnlich wie in Stuttgart liegt der Zürcher Flughafen nicht auf Stadtgebiet, sondern teilt sich auf die beiden Gemeinden Opfikon und Kloten auf. „Bei uns in der Flughafenregion ist das ‚Offairport-Parking‘ seit Jahren ein großes Thema“, sagt Marc Osterwalder, Leiter des Bereichs Lebensraum und Sicherheit der Gemeinde Kloten. „Wir haben deshalb verschiedene Maßnahmen ergriffen, die gut greifen.“

Zum einen seien alle öffentlichen Parkplätze bewirtschaftet. In und rund um Zürich gibt es die sogenannte blaue Zone, in welcher nur Anwohner sowie Besitzer von Gewerbeparkkarten unbegrenzt parken dürfen. „So haben wir die Parkdauer im Griff und auf dem öffentlichen Grund keine Flughafenparkgäste“, sagt Marc Osterwalder. Die Parkausweise in Zürich kosten stolze 300 Schweizer Franken im Jahr, also etwa 268 Euro (zum Vergleich: Ein Bewohnerausweis in Stuttgart kostet 30,70 Euro für ein Jahr).

Zudem verlangen die öffentlichen Parkhäuser ähnlich hohe Gebühren wie die Flughafenparkplätze, sodass es kein Ausweichparken gebe, sagt Osterwalder. Und wer bestehende Parkplätze in welche für Fluggäste umwandeln wolle, müsse sich dies genehmigen lassen. Außerdem seien Parkplätze ohne klar definierte Nutzung nicht zulässig, solange es keine spezielle Erlaubnis gebe – welche derzeit in keinem Fall vorliege. „Mit diesen Maßnahmen konnten wir das Problem einigermaßen eindämmen, es ist aber natürlich ein permanenter Prozess und Kampf.“

In Frankfurt sind noch mehr Parkzonen für Anwohner geplant

„Die Struktur des Rhein-Main-Gebietes und des Umfelds des Frankfurter Flughafens ist wesentlich anders als in Stuttgart“, sagt Rainer Michaelis, Mitarbeiter des Frankfurter Straßenverkehrsamts. Dass etwa Landwirte ihre Flächen an Flughafenparker vermieten, so wie dies auf den Fildern der Fall ist, gebe es dort nicht – die räumliche Struktur gebe dies schlicht nicht her.

In Frankfurt seien schon vor Jahren sehr viele Bereiche mit Bewohnerparken ausgewiesen worden: „Weitere Zonen sind geplant beziehungsweise es wird darüber nachgedacht“, sagt Michaelis. Diese Planungen stünden aber nicht primär im Zusammenhang mit dem Thema Flughafenparker, sondern hingen generell mit dem starken Einwohnerwachstum, den Pendlerströmen und dem auch dort geltenden Luftreinhalteplan zusammen. An einigen Stellen habe man zudem die maximale Parkdauer auf 24 Stunden begrenzt, um das mehrtägige Parken von Fluggästen zu unterbinden.

Rund um den Flughafen München hält sich das Problem in Grenzen

Auch in München ist der Flughafen außerhalb, er liegt rund 35 Kilometer vom Zentrum entfernt auf der Gemarkung des Landkreises Freising. Laut Robert Stangl, Pressesprecher des Freisinger Landratsamts, hält sich die Problematik dort in Grenzen. „Vor einigen Jahren gab es in der Gemeinde Eching den Fall, dass eine Straße im Wohngebiet als Anwohnerparkplätze ausgewiesen wurde, weil zu viele Fluggäste ihre Autos dort abgestellt hatten. Seither gibt es offenbar keine Probleme mehr“, sagt er. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete zudem, dass in Gemeinden entlang der S-Bahn-Linie 1, die von der Innenstadt zum Flughafen führt, einige Urlauber ihre Autos in Wohngebieten abstellen – etwa in Oberschleißheim.

Die meisten Fluggäste kommen jedoch mit der S-Bahn, nutzen den Besucherparkplatz oder die zahlreichen „Park&Fly“-Angebote, sagt Stangl. Dort können Reisende ihre Autos auf einem privaten Parkplatz abstellen und werden dann per Shuttle zum Flughafen gebracht und wieder abgeholt. „Das funktioniert nach unseren Erfahrungen sehr gut.“

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