Vor allem Jugendliche haben eine AfD-Veranstaltung in Bietigheim gestört. Foto: / Kalb

Linke haben in der Bietigheimer Innenstadt gegen eine ­Veranstaltung der Alternative für Deutschland protestiert. Trotz eines Zwischenfalls mit einem 19-Jährigen zieht die Polizei ein positives Fazit.

Bietigheim-Bissingen - Ein Bündnis, unter anderem aus Linksjugend und Antifaschistischer Aktion, hat eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) torpediert. Das sogenannte AfD-Infomobil hatte am Mittwochnachmittag im Rahmen seiner Sommertour halt auf dem Kronenplatz gemacht. Neben Reden wollten die AfD-Abgeordneten Marc Bernhard, Marc Jongen und Martin Hess laut Ankündigung auch mit Bürgern ins Gespräch kommen. Doch daraus wurde nichts.

Geschätzt 50 überwiegend jugendliche Gegendemonstranten – die Polizei spricht von „deutlich weniger als 100 Personen“ – starteten bereits um 14 Uhr am Bietigheimer Bahnhof mit einer Kundgebung gegen die AfD. Im Anschluss zogen sie weiter in die Innenstadt, wo um 15 Uhr die AfD-Veranstaltung beginnen sollte. Die Polizei hatte vor dem AfD-Stand und am Durchgang von der Innenstadt kommend Absperrungen errichtet, um Demonstranten und AfD-Symphatisanten voneinander zu trennen.

Mehrere Demonstranten angezeigt

Mitglieder der Linksjugend machten schnell deutlich, was sie vom Aufmarsch der Polizisten hielten. Ein Jugendlicher bedrohte einen der Beamten verbal, einer seiner Kollegen wurde bei einer Zugangskontrolle von einem 19 Jahre alten Mann sogar geschlagen und leicht verletzt. Die Polizei nahm den Demonstranten deshalb fest. Er wurde anschließend aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ansonsten zog die Polizei aber ein zufriedenstellendes Fazit. Insgesamt sei der Nachmittag friedlich verlaufen, heißt es in einer Mitteilung. Die Beamten registrierten zwei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und schrieben zwei Anzeigen wegen Beleidigung. Weil die Jugendlichen auch den Weg von der Innenstadt versperrten und einen Redner am Durchkommen hinderten, war die AfD-Veranstaltung mit etwa 20 Minuten Verspätung gestartet.

Großes Interesse hatten die Bietigheimer übrigens nicht an der AfD-Sommertour. Vor dem AfD-Mobil versammelten sich nur etwa zehn Zuhörer. Die dürften ob der vielen Zwischenrufe der Linken teilweise Probleme gehabt haben, die Abgeordneten zu verstehen.

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