Bei einem Einsatzfahrzeug der Stuttgarter Polizei wurden saämtliche Muttern einer Felge gelöst. Foto: Petsch

Unbekannte lösen am helllichten Tag fünf Muttern am Rad eines Einsatzfahrzeugs.

Stuttgart - Erst brennt am Freitag in einem Eisenbahntunnel nach einer Brandstiftung ein Signalkabel und führt zu einem Zusammenbruch des Schienenverkehrs in Stuttgart. Zwei Tage später stehen am Sonntag 40 Rohre für das Grundwassermanagement, die für das Bahnprojekt Stuttgart 21 im Rosensteinpark gelagert sind, in Flammen. Auch hier ist Brandstiftung im Spiel.

 

Ebenfalls am Sonntag kommt es auf einem öffentlichen Parkplatz unmittelbar vor dem Polizeipräsidium Stuttgart zu einem Anschlag auf ein Polizeifahrzeug. Unbekannte lösen am helllichten Tag sämtliche fünf Muttern am Rad eines Gruppenfahrzeugs. Bevor es zu einem möglicherweise folgenschweren Unfall kommt, bemerkt der Fahrer auffällige Radgeräusche und hält an.

Privatfahrzeug auch schon betroffen

Ein Polizeisprecher spricht von einer dreisten Tat direkt unter den Augen der Sicherheitsbehörde und von großem Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Es handle sich nicht um einen Montagefehler bei Wartungsarbeiten, sondern es habe jemand bewusst die Schrauben gelockert.

Einen Zusammenhang mit den zwei Brandstiftungen im Umfeld des Bahnprojekts will die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht herstellen. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Man schaue allerdings auch darauf, was rund um ein bestimmtes Datum passiere.

Nach Polizeiangaben hat es mindestens in den vergangenen 20 Jahren im Stadtgebiet Stuttgart keinen vergleichbaren Anschlag auf ein Polizeifahrzeug gegeben. Ein Privatfahrzeug eines Polizeibeamten war aber vor dreieinhalb Wochen von einer ähnlichen Tat betroffen. Auf demselben Parkplatz vor dem Polizeipräsidium waren damals alle fünf Muttern an einem Rad des Fahrzeugs aufgeschraubt worden. Auch in diesem Fall kam es zu keinem Unfall. Der Fahrer bemerkte auffällige Fahrgeräusche und steuerte umgehend eine Werkstatt an.